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Bevölkerungsplus

Ein Lockdown-Babyboom und geringere Sterblichkeit in Norwegen

Eine Art Lockdown-Babyboom, Einreisebeschränkungen mit Wirkung auf die Einwanderung, eine geringere Sterblichkeitsrate dank besserer Hygiene und weniger sozialer Kontakte – wie hat sich das vergangene Corona-Jahr auf die Bevölkerung in Norwegen ausgewirkt? Das Statistische Amt Norwegens legt aktuelle Zahlen vor.

Bevölkerung Norwegen
Norwegens Fertilitätsrate könnte steigen, wenn die Geburten sich weiterhin so entwickelt wie zur Zeit. (Symbolbild: fancycrave)
In den ersten drei Monaten des Jahres wurden in Norwegen 13.960 Kinder geboren, fast 700 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie neue Zahlen zeigen.

Normalerweise sinken die Geburtenraten in Zeiten von Gesundheitskrisen und finanzieller Unsicherheit, wie z.B. bei der aktuellen Corona-Pandemie, aber die neuen Daten zeigen den gegenteiligen Effekt.

Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dann könnte die Geburtenrate in Norwegen steigen. Diese liegt derzeit bei 1,48 Kindern pro Frau seit 2020.

„Wir sind von diesen Zahlen sehr überrascht. Es ist auch ziemlich auffällig, dass der Anstieg der Geburten etwa neun Monate nach der Einführung der ersten Coronavirus-Beschränkungen im vergangenen Jahr begann“, sagte die Geschäftsführerin des statistischen Amtes, Ane Magritte Tømmerås, in der amtlichen Presseveröffentlichung.

Geringere Sterblichkeit

Die Zahl der registrierten Todesfälle war niedriger als im entsprechenden Quartal des Jahres 2020. 10.100 Menschen starben in Norwegen im ersten Quartal dieses Jahres, 700 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Sterberate ist in Norwegen seit mehreren Jahren kontinuierlich gesunken.

Die Sterberaten gingen in vielen Altersgruppen zurück. Besonders ausgeprägt war der Rückgang bei den Männern über 90 Jahren. Im Jahr 2021 verstarben 58,2 Männer dieser Altersgruppe pro 1.000 im ersten Quartal, verglichen mit 67,7 pro 1.000 in den ersten drei Monaten des letzten Jahres.

Die Zuwanderung war in den ersten Monaten des Jahres 2021 höher als im Jahr 2020. Allerdings wurde im ersten Quartal 2021 die zweitniedrigste Zuwanderung seit 2006 verzeichnet.

Dies könnte zum Teil auf die strengen Einreisebeschränkungen zurückzuführen sein, die seit Januar in Kraft sind und die Einreise auf die Personen einschränken, die entweder einen Wohnsitz in Norwegen haben oder Staatsangehörige sind.

Insgesamt wurden in Norwegen in den ersten drei Monaten dieses Jahres 11.200 Einwanderer registriert.

Die Bevölkerung Norwegens wuchs im ersten Quartal um 7.400 Personen. Die Einwohnerzahl wird nun auf 5.398.804 geschätzt.

Das Norwegische Statistikamt stellte außerdem fest, dass mehr Menschen aus den Großstädten wegziehen. Aus Bergen, Stavanger und Kristiansand zogen mehr Menschen weg als zu, wenn auch nur knapp.

„Das ist sehr ungewöhnlich. Das ist schon in einigen Quartalen vorgekommen, aber noch nie im ersten Quartal“, sagte Magnus Haug vom Statistikamt.

Auch die Hauptstadt Oslo ist vom Wegzug betroffen, die Stadt verzeichnet einen Nettoeinwohnerverlust von rund 1.900 Menschen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

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ap

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