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Solidarität mit Demokratiebewegung in Nachbarland

Menschenkette von Vilnius bis nach Weißrussland

Und Geschichte wiederholt sich: Am heutigen Abend soll von der litauischen Hauptstadt Vilnius aus eine Menschenkette bis zur weißrussischen Grenze gebildet werden.

Menschenkette Litauen Weißrussland
Gediminas-Turm, ein Wahrzeichen von Vilnius. (Foto: Peggy und Marco Lachmann-Anke)
Die Organisatoren gehen laut „TheMayor.eu“ von etwa 40.000 Menschen aus, die auf diesem Wege Solidarität mit der Demokratiebewegung in Belarus bekunden wollen.

Die Aktion, die von vielen Adressaten im Nachbarland als wundervolle Geste empfunden werden dürfte, kann vom weißrussischen Machthaber Alexander Lukaschenko hingegen nur als politische Provokation gewertet werden.

Schließlich will Weißrussland nach der zweifelhaften Wiederwahl Lukaschenkos vor zwei Wochen einfach nicht zur Ruhe kommen.

Unzählige Demonstranten, die sich wegen Manipulationsverdacht um ihre Stimmen betrogen sehen, gingen seit dem Wahltag auf die Straße. Viele davon wurden verhaftet, geschlagen oder bedroht.

Die Situation in Weißrussland könnte aufgeladener kaum sein. Lukaschenko und seine Gegner wissen das.

Besonders ist die geplante Solidaritätsbekundung aber auch deshalb, weil sie vor exakt 31 Jahren schon einmal stattfand. Damals jedoch nicht für Belarus, sondern für die Demokratiebewegung in den baltischen Staaten, weshalb die Menschenkette im Original von Vilnius bis nach Tallinn reichte.

Gut zwei Millionen Menschen kamen am 23. August 1989 zusammen, um auf einer Strecke von fast 700 Kilometern – dem Baltischen Weg – Hand in Hand für Unabhängigkeit und Freiheit zu demonstrieren.

Beides sollte für die Menschen in Estland, Lettland und Litauen seit nunmehr drei Jahrzehnten in Erfüllung gehen. Ob es einen ähnlichen Effekt auch für die Menschen in Weißrussland wird geben können, darf gegenwärtig zwar stark angezweifelt werden.

Aber wer weiß: Vielleicht wiederholt sich Geschichte ja auch hier.

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Wegen Corona wurden übrigens alle Teilnehmer an der heutigen Menschenkette gebeten, sich im Vorfeld anzumelden und Mundschutz mitzubringen. Von der Aktion sollen schließlich keine falschen Impulse ausgehen.

sh

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