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Handelsbeziehungen

Handelsbüro in Taiwan: Litauen lässt sich von China nicht einschüchtern

Litauen hält an seinen Plänen zur Eröffnung eines Handelsbüros in Taiwan fest, sagte Wirtschafts- und Innovationsministerin Ausrine Armonaite am Dienstag. Das berichtet das Portal Delfi.lt.

Taiwan Litauen China
Sonnenuntergang über der Stadt Taipeh, Taiwan. (Foto: Thomas Tucker)
Ihre Klarstellung kam, nachdem China seinen Botschafter in Vilnius wegen der sich vertiefenden Beziehungen Litauens zu Taiwan abberufen hatte und forderte, dass Litauen seinen Gesandten in Peking zurückziehe.

„Wir streben gleichberechtigte Beziehungen mit allen Staaten an“, schrieb Armonaite auf Facebook. „Unsere Wirtschaftspolitik muss weiterhin eine größtmögliche Vielfalt und Diversifizierung der Märkte anstreben, was mehr Möglichkeiten für litauische Unternehmen schaffen wird.“

„Wir werden zu den 67 Nationen der Welt gehören, die ihre Handelsbüros in Taiwan haben, und wir werden diese Pläne nicht aufgeben“, fügte sie hinzu.

Das chinesische Außenministerium erklärt, die Entscheidung, den Botschafter abzuberufen, sei eine Reaktion auf die Pläne, in Litauen eine Vertretung unter dem Namen Taiwan zu eröffnen.

Das litauische Außenministerium erklärte in einer Mitteilung, dass es „diesen Schritt Chinas bedauert“, bekräftigte jedoch, dass Vilnius entschlossen sei, „für beide Seiten vorteilhafte Beziehungen zu Taiwan zu entwickeln, wie es viele andere Länder in der Europäischen Union und dem Rest der Welt tun“.

Vor einigen Wochen kündigte Taiwan an, bis zum Ende des Sommers eine Repräsentanz in Vilnius unter eigenem Namen eröffnen zu wollen.

Solche Wirtschafts- und Kulturbüros gibt es in mehr als 70 Ländern, die letztlich als informelle Vertretungen der ostasiatischen Republik mit ihren 23,5 Millionen Einwohnern dienen. Ein Vorgehen, das Peking nicht gefäll. Die Volksrepublik beansprucht Taiwan für sich und droht, das Land mit Gewalt zu erobern.

In Deutschland, genauer, am Berliner Gendarmenmarkt, heißt die informelle Botschaft Taiwans offiziell „Taipeh-Repräsentanz“, dies wird von Peking toleriert.

Die chinesische Regierung ist jedoch im Rahmen ihrer Politik nicht bereit zu akzeptieren, was für das Büro in Vilnius geplant ist: Der Name Taiwan soll dort auf dem Schild stehen. Die Eröffnung des taiwanesischen Büros und eines litauischen Pendants in Taipeh ist bis Ende des Jahres geplant.

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ap

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