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Urbanes Zentrum der lettischen Region Latgale

Rezekne: die Stadt nahe der russischen Grenze

Das rund 30.000 Einwohner zählende Rezekne liegt im Osten Lettlands, nicht weit von der russischen Grenze entfernt – vielleicht 50 Kilometer. Die Stadt ist so etwas wie das urbane Zentrum der lettischen Region Latgale.

rezekne castle
Wahrzeichen der Stadt: die Ruine der alten Burg in Rezekne. (Foto: M. Smits, CC BY-SA 3.0)
Ausgestattet mit allem, was das Stadtleben komfortabel und auch angenehm machen kann. Aber Rezekne bringt eben auch den wenig beschaulichen Charme einer Industriestadt nach sowjetischem Modell mit.

Gut zu erahnen ist das anhand der Plattenbauten, die einen links und rechts der Straße erwarten, wenn man über die A13 von Norden kommend in die Stadt fährt.

Alles beileibe nichts Schlimmes, aber auch nicht wirklich einladend, um ehrlich zu sein.

Hinzu kommt, dass die um 1300 gegründete Stadt im Verlauf des 2. Weltkriegs große Teile ihrer mittelalterlichen Ursprünge verloren hat.

In Schutt und Asche, danach Platte

Was war geschehen? Einem heftigen Bombardement durch russische Truppen im April 1944 fielen weit mehr als 70 Prozent der architektonischen Grundsubstanz zum Opfer.

Von diesem Tag und den Gefechten drumherum konnte sich das Antlitz der Stadt im Grunde bis heute nicht erholen.

Wenngleich man zugutehalten muss, dass in den letzten Jahren viel investiert und unternommen wurde, um Rezekne fit zu machen.

Es gibt also auch schöne Ecken. Beispielsweise rund um den zentral gelegenen Stadtpark, wo zumindest in erster Reihe ein paar nett restaurierte Häuser stehen.

Die im Park befindliche Kirche aus dem 19. Jahrhundert und die Überreste der ehemaligen Ordensburg auf einem Hügel etwa 300 Meter Luftlinie entfernt seien ebenfalls genannt.

Die wahren Highlights warten außerhalb der Stadt

Dass Rezekne dennoch einen Abstecher wert ist, womöglich auch einen mehrtägigen, liegt am rund 20 Kilometer südlich gelegenen Raznas-See und dem gleichnamigen Naturpark.

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Vor allem zum Wandern und Radfahren, aber auch zum Windsurfen, Schwimmen und Sonnen ist die teils wunderschöne Naturregion bestens geeignet. Hier lässt es sich wirklich aushalten.

Der Raznas-Naturpark empfiehlt sich als Ziel für Besucher, die mit dem Trubel der weitaus prominenteren Zentren im Westen Lettlands nicht viel anfangen können.

Touristische Anstürme sind in der Region definitiv nicht zu erwarten. Vor den Toren der Stadt überwiegen vielmehr Ruhe und natürlicher Ursprung. Genau das ist es, was Rezekne ausmacht.

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Auch landschaftlich ein Gewinn: die wasserreiche Region rund um das Herrenhaus Luznava. (Foto: M.Strīķis, CC BY-SA 3.0)

Weiterführende Informationen zur Stadt Rezekne:

  • Lūznava Manor: Das Herrenhaus Lūznava ist einer der schönsten Jugendstilbauten in der lettischen Region Latgale. Errichtet wurde der Komplex im frühen 20. Jahrhundert, eigentlich als Ort der musischen und künstlerischen Inspiration. Doch im Laufe der Jahrzehnte folgten bemerkenswerte Wandlungen. Zunächst wurde Lūznava zu einer Schule, später zu einem militärischen Hauptquartier, dann wieder zur Schule un schließlich zu einem Verwaltungsgebäude umfunktioniert.

    Seit 2015 dient das Anwesen nun endlich wieder seiner ursprünglichen Bestimmung. Beispielsweise sind unter dem Dach des Herrenhauses immer wieder Ausstellungen zu Gast, mal in Zusammenarbeit mit den Kunstzentren der Region, mal in Kooperation mit dem Rāzna-Nationalpark. Zudem können Teile der historischen Räumlichkeiten für besondere Anlässe gemietet werden.

    Bis nach Rezekne sind es etwa 20 Kilometer. Der Eintritt ins Herrenhaus kostet für Erwachsene etwa 1,5 Euro – ist also erschwinglich. Besonders zu empfehlen: Vor allem im Frühjahr und Sommer finden hier häufig musikalische Veranstaltungen statt. Für aktuelle Ankündigungen empfiehlt sich der Blick auf die Webseite des Herrenhauses.

  • Webseite: www.luznavasmuiza.lv (auf Deutsch und Englisch)

sh

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