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(Teil-)Lösung für die Klimakrise?

Island: Kaum zu glauben, was Ventilatoren mit Kohlendioxid anstellen können

An einem unbewachsenen Berghang im Südwesten Islands sind Ingenieure gerade damit beschäftigt, riesige Ventilatoren zu montieren. Nach ihrer Fertigstellung sollen sie – kein Scherz – Kohlendioxid aus der Luft saugen, sodass der Klimakiller tief unter der Erde in Stein verwandelt werden kann.

Halbinsel Reykjanes Kohlendioxid
Auf der Halbinsel Reykjanes im Südwesten Islands. (Foto: falco)
Zwar gilt das Verfahren in der Fachwelt nicht nur als radikal, sondern auch als teuer. Aber was macht man nicht alles in Zeiten, in denen man bei der Lösung der Klimakrise nicht mehr sonderlich wählerisch sein sollte?

Das jedenfalls sagt Jan Wurzbacher, Direktor und Mitbegründer des an dem Projekt maßgeblich beteiligten Unternehmens Climeworks. „Wir sollten natürlich so viele Wälder wie möglich pflanzen und schützen“, sagt er. „Aber wenn es darum geht, der Erderwärmung wirkungsvoll entgegenzuwirken, haben wir die Entweder-oder-Phase längst hinter uns.“

Dennoch sagen Kritiker, dass das direkte Abscheiden von bereits in der Luft befindlichen Emissionen deutlich zu kostspielig sei, um wirklich markttauglich zu sein. Insbesondere im Vergleich zur (theoretisch) deutlich einfacheren Methode des Schutzes bestehender Wälder.

Während Bäume wachsen, saugen sie nämlich beständig Kohlendioxid aus der Luft und senken so den Kohlenstoff-Anteil in der Atmosphäre. Dabei erweisen sich alte Bäume viel effektiver als neue Plantagen, betonen Wissenschaftler immer wieder, weshalb auch langangelegte Pflanzprojekte an ihre Grenzen stoßen dürften.

Also wird es letztlich auf einen Mix aus verschiedenen Verfahren hinauslaufen müssen, um die Vollkatastrophe doch noch irgendwie abwenden zu können. Dazu passt, dass auch technische Lösungen wie die von Climeworks immer mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Schließlich scheinen sie in den USA, in China und der Europäischen Union allmählich zu kapieren, dass sich mit der Bekämpfung des Klimawandels in den kommenden Jahren gutes Geld verdienen ließe.

Elon Musk beispielsweise, milliardenschwerer Tausendsassa und Chef von Tesla, hat laut Reuters schonmal vorsorglich 100 Millionen Dollar für die beste Technologie zur Abscheidung von Kohlenstoff ausgelobt. Den Beweis, dass er etwas vom Geldverdienen versteht, hat er ja bereits erbracht.

Sehen Sie auch: Unser Island-Länderquiz

sh

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