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Nach Spiel mit dem Feuer

Island: Wanderweg um speienden Vulkan soll Schaulustige von Dummheiten abhalten

Als vor gut einer Woche auf der Halbinsel Reykjanes der Vulkan Fagradalsfjall ausgebrochen ist, war nun wirklich nicht absehbar, dass er in Rekordzeit zu Islands neuem Touristenmagneten werden würde.

Vulkan gesperrt
Die rotschraffierte Fläche ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. (Foto: Almannavarnadeild ríkislögreglustjóra)
Seither sind Tausende Besucher zum Ort der Eruption gekommen, um aus zum Teil gefährlich naher Position an dem Naturspektakel teilhaben zu können. Es wurden schon Würstchen in der Glut gegrillt, Nackedeis posierten vor zähfließender Lava – solche Dinge eben.

Vergessen wird dabei leider allzu oft, dass ein speiender Vulkan vor allem eines ist: gefährlich – sei es durch die Lava selbst oder durch entstehende Gase. Definitiv kein Ort, wo man merkwürdig enthemmte Schaulustige sich selbst überlassen sollte.

Daher sahen sich die zuständigen Behörden zum Handeln gezwungen und haben laut The Independent inzwischen einen etwa 3,5 Kilometer langen Vulkan-Wanderweg angelegt, um den Touristenstrom an die Leine zu legen bzw. ihn sicher durch das Gebiet zu leiten.

„Die Leute sind in den letzten Tagen aus allen Regionen Islands hierhin gereist“, teilte Agust Gunnar Gylfason, Projektleiter bei der Abteilung für Katastrophenschutz und Notfallmanagement, gegenüber Medienvertretern mit. Etwa 10.000 Schaulustige sollen es seit vergangenem Freitag gewesen sein.

Der Ansturm veranlasste den Vulkanologie-Professor Thorvaldur Thordarson zu der augenzwinkernden Aussage, man habe es hier mit einer „perfekten touristischen Eruption“ zu tun. Es müsse nur noch geklärt werden, „dass man nicht zu nah ran geht“.

Der Wanderweg soll nun dabei helfen, dass genau das nicht mehr passiert. Zusätzlich wird das Gebiet derzeit patrouilliert, um zu verhindern, dass sich doch noch Touristen an Stellen verirren, wo sie nicht sein sollten.

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sh

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