Mehr Einbürgerungen, überwiegend Frauen

Fast jeder fünfte Einwohner Islands ist ein Einwanderer

Wie viele Ausländer leben in Island?
Island ist ein klassisches Einwanderungsland geworden, in dem sich die Menschen aus aller Welt gerne niederlassen. (Foto: AP / Nordisch.info)
Der Anteil der Einwanderer an Islands Bevölkerung ist auf einen neuen Höchststand geklettert. Wie das Statistische Amt Islands mitteilt, lebten am 1. Januar 2026 insgesamt 77.226 Einwanderer auf der Insel – 19,6 % der Gesamtbevölkerung und damit mehr als ein Jahr zuvor, als der Anteil bei 18,9 % (73.795) lag.

Noch deutlicher wird das Bild, wenn man die zweite Generation hinzunimmt: Deren Zahl stieg von 7.838 auf 8.351, sodass Einwanderer der ersten und zweiten Generation zusammen 21,7 % der Bevölkerung stellten – so viele wie nie zuvor.

Hinzu kommen 7,4 % mit Migrationshintergrund im engeren Sinne – Menschen mit einem im Ausland geborenen Elternteil, die selbst nicht zu den Einwanderern zählen; auch ihr Anteil stieg gegenüber dem Vorjahr leicht.

Das Amt unterscheidet dabei klar: Als Einwanderer gilt, wer im Ausland geboren wurde und dessen beide Elternteile sowie alle Großeltern ebenfalls im Ausland zur Welt kamen. Wer in Island geboren wurde, aber eingewanderte Eltern hat, zählt zur zweiten Generation; wer ein Elternteil ausländischer Herkunft hat, gilt als Person mit Migrationshintergrund.

Polen stellen die größte Gruppe

Wie schon in den Vorjahren bilden in Polen geborene Menschen die mit Abstand größte Gruppe: 23.055 Personen oder 29,9 % aller Einwanderer. Es folgen in der Ukraine Geborene (6,1 %) und in Litauen Geborene (4,9 %).

Bei den Männern ist das polnische Übergewicht noch ausgeprägter: 13.060 von 41.711 männlichen Einwanderern stammen aus Polen, ein Anteil von 31,1 %. Dahinter folgen litauische Männer (5,8 %) und Männer rumänischer Herkunft (5,6 %). Unter den Frauen liegt der Anteil der Polinnen bei 28,2 %, vor Frauen aus der Ukraine (7,0 %) und Frauen von den Philippinen (5,5 %).

Konzentration auf den Südwesten

Räumlich verteilt sich die Einwanderung sehr ungleich. Knapp zwei Drittel der Einwanderer der ersten und zweiten Generation – 64,8 % oder 55.467 Personen – leben in der Hauptstadtregion. Den höchsten Anteil an der jeweiligen Bevölkerung verzeichnet der Südwesten mit 34 %, gefolgt von den Westfjorden mit 25,4 %. Am niedrigsten liegt er im Nordwesten, wo nur 11,8 % der Bevölkerung zu dieser Gruppe zählen.

Mehr Einbürgerungen, überwiegend Frauen

Die Zahl der Einbürgerungen ist deutlich gestiegen: 2025 erhielten 1.085 Personen die isländische Staatsbürgerschaft, nach 638 im Jahr 2024. Die meisten von ihnen waren polnischer Herkunft (199), die zweitgrößte Gruppe besaß zuvor die philippinische Staatsbürgerschaft (79).

Seit 1991 stellen Frauen Jahr für Jahr die Mehrheit der neu Eingebürgerten – auch 2025, als 583 Frauen und 502 Männer einen isländischen Pass erhielten.

Geburtenrate auf historischem Tiefstand

Während die Bevölkerung durch Zuwanderung wächst, sinkt die Geburtenrate weiter. 2025 lag sie bei den in Island lebenden Frauen jedoch nur bei 1,56 – gleichauf mit dem Tiefstwert von 2024 und dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1853.

Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied nach Staatsangehörigkeit: Frauen mit isländischer Staatsbürgerschaft kamen 2025 auf 1,78 Kinder, leicht mehr als die 1,77 des Vorjahres. Bei Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft fiel der Wert dagegen auf 1,09 – so niedrig wie nie zuvor.

Um die Bevölkerung langfristig zu erhalten, müsste die Geburtenrate bei etwa 2,1 Kindern pro Frau liegen, so das Amt.

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