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Erste Tests im Herbst 2022

Finnland: Revolutionieren E-Flugzeuge schon bald den Tourismus in Lappland?

Rund um den Regionalflughafen Enontekiö im Nordwesten Finnlands läuft ein vielversprechendes Pilotprojekt an. Geprüft wird dabei, ob von hier aus in Zukunft wesentliche Teile der touristischen Reisebewegungen in Lappland mithilfe von Elektroflugzeugen abgedeckt werden können.

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Von A nach B in Lappland mit dem Flieger? Möglich scheint das – und zwar umweltverträglich. (Foto: lutz6078)

„Wenn jemand heute von Enontekiö nach Rovaniemi fährt, dauert das mit dem Auto mindestens vier Stunden, mit dem E-Flieger wären es gut 30 Minuten“, teilte der Geschäftsführer des Flughafens gegenüber Yle.fi mit. Das nennt sich dann mal Zeitersparnis, wenngleich noch in der Theorie.

Klar ist: Würde die Luftfahrt weiterhin ausschließlich auf den Verbrauch fossiler Brennstoffe setzen, wäre eine solche Idee – bei allem damit verbundenen Reisekomfort – den Gedanken nicht wert. Als Zeichen in Zeiten des Klimawandels schlichtweg nicht zu akzeptieren.

Inzwischen aber zeichnet sich ab, dass das Fliegen durch den Einsatz klimaschonender Technologien schon recht bald nicht nur eine Renaissance, sondern einen Aufschwung sondergleichen erleben könnte. Jedenfalls inländisch bzw. regional, wofür Lappland in der Tat ein gutes Beispiel ist.

Ein erster Test soll im Herbst stattfinden: Strecke Rovaniemi – Enontekiö – Tromsø

Im kommenden Herbst soll eine Strecke von Rovaniemi über Enontekiö nach Tromsø in Norwegen erprobt werden. Hier wären es mit dem Auto etwa acht Stunden – und mit dem Flugzeug lediglich eine, wobei E-Technologie bei dem Versuch noch keine Rolle spielen soll.

Stattdessen würden die neuen Strecken zunächst auch im Regelbetrieb mit Verbrennungsmotoren zurückgelegt, schreibt Yle.fi, was bei der geplanten Nutzung von erneuerbarem Treibstoff aber nicht weiter von Belang wäre. Umweltfreundlich fliegen kann man Experten zufolge in Zukunft so oder so.

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Der Standort Enontekiö könnte als Flughafen schon bald eine zentrale Rolle spielen. Erste Tests mit umweltschonenden Fliegern starten im Herbst 2022.

Für den Flughafen Enontekiö würde diese „Revolution am Himmel“ sicherlich einen ganzjährigen Betrieb nach sich ziehen. Alles wahrscheinlich mit Maschinen in Kleinbus-Größe, denen bei entsprechender Auslastung schon jetzt Rentabilität nachgesagt wird. Das könnte funktionieren.

„Der Binnenflugverkehr über Lappland ist so denkbar, dass er komplett mit umweltschonenden Flugzeugen betrieben werden kann“, schätzt die Flughafenleitung, wobei dem kleinen Standort Enontekiö dann eine ziemlich zentrale Rolle zukommen könnte.

Denn: Ab hier sind alle Sinn machenden Ziele maximal 300 Kilometer entfernt. Ein Radius, der auf Sicht auch als mögliche Reichweite für Elektroflugzeuge als ziemlich optimal angesehen wird.

Schweden und Norwegen bereits mit Selbstverpflichtung für fossilfreie Binnenflüge

Sowohl Schweden als auch Norwegen haben bereits angekündigt, Inlandsflüge innerhalb eines Jahrzehnts nur noch frei von fossilen Brennstoffen anzubieten. Finnland hat sich dazu bislang zwar noch nicht verpflichtet, aber die anstehenden Tests rund um Enontekiö dürften der Schritt in eine vergleichbare Richtung sein.

„Die Fluggesellschaften verfügen über eine große Anzahl von Verbrennungsmotoren. Es müssen daher umweltverträgliche Lösungen abgewogen werden, um diese weiter nutzen zu können“, teilte dazu Henri Hansson, technischer Direktor der Flughafengesellschaft Finavia, mit.

Denkbar sei auch eine Umrüstung auf wasserstoffbasierte Kraftstoffe, wobei Experten hier eher Langstreckenflüge im Sinn haben. Für den Standort Enontekiö läuft es hingegen auf E-Flüge hinaus. Und es gibt reichlich gute Gründe, das Thema mit Vollgas voranzutreiben.

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