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Pori und Rovaniemi am stärksten betroffen

Finnland: Düstere Klimaprognose bis 2050 sieht Überschwemmungen als Hauptgefahr

Der jüngste Bericht des finnischen Ausschusses für Klimaveränderung geht davon aus, dass sich die Rahmenbedingungen im Land in naher Zukunft deutlich verschlechtern werden.

Klimawandel Finnland Überschwemmung
Die Klimaprognose bis 2050 für Finnland sieht Überschwemmungen als Hauptgefahr an.
(Foto: ZARA)
Der neue Bericht des Gremiums wurde am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Ihn macht aus, dass er ein umfassendes Bild von den allgemeinen und vor allem regionalen Auswirkungen des Klimawandels in Finnland zeichnet.

So sei landesweit in den kommenden 30 Jahren mit zahlreichen Starkregenereignissen und Überschwemmungen zu rechnen. Vor allem die Gegenden um Pori (Südwesten) und Rovaniemi (Zentral/Norden) sollen zu den am stärksten betroffenen Regionen gehören.

Der Bericht unterstreicht einerseits die Dringlichkeit klimatischer Anpassungsmaßnahmen (Emissionsreduzierung). Andererseits wird klar, dass Finnlands Probleme vor allem aus schweren Überschwemmungen resultieren dürften. Viel mehr als aus Hitzewellen, Dürren oder etwa Stürmen.

Auch jahreszeitlich wird der Bericht konkret. Gerade in den Monaten Oktober bis Februar sei mit vermehrten Niederschlägen zu rechnen. Hilppa Gregow, Forschungsprofessorin am Finnischen Meteorologischen Institut und Leiterin der Forschungsabteilung für die Auswirkungen des Klimawandels zur Situation:

„Wir können aus den Analysen mit Sicherheit stärkere Niederschläge ableiten. Der Wind beispielsweise scheint kein annähernd großes Risiko darzustellen. Alle städtischen Gebiete sollten sorgfältig auf Risiken geprüft werden, damit es hier nicht ähnlich verläuft wie bei der Katastrophe in Deutschland vor wenigen Wochen“, so die Expertin.

Sollte nichts unternommen werden, könnten die jährlichen Klimaschäden im Land laut dem Bericht bis 2050 um bis zu 120 Prozent steigen. Bis 2100 sogar noch höher. „Wir erleben gerade erst den Anfang“, sagte Gregow gegenüber Yle.fi.

Sirkku Juhola, Professor an der Universität Helsinki und Mitglied des Klimagremiums, schließt sich Gregows Bedenken über die mangelnde Vorbereitung Finnlands an.

„Die Risikobewertung befindet sich in einem sehr frühen Stadium. Noch gibt es für keine Region systematische Analysen“, bemängelt er.

Auch die Planung großer Infrastrukturprojekte müsse neu gedacht werden, sagt der Klimaexperte. Sonst drohe die Gefahr, dass viele mit hohem Aufwand errichtete Bauten bis Ende des Jahrhunderts unbrauchbar sein könnten.

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sh

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