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Sorgenvoll düsterer Blick über die Grenze

Aktuelle Umfrage: 85 % aller Finnen sehen Russland als „erhebliche militärische Bedrohung“

Eine aktuelle Umfrage aus Finnland deckt auf, wie wenig Verbindendes die Menschen hier noch verspüren, wenn es um Nachbar Russland geht. Mehr noch: Die am Samstag veröffentlichten Ergebnisse des finnischen Wirtschafts- und Politikforums Eva zeichnen ein sorgenvoll düsteres Bild.

Verteidigungskräfte Finnlands Spezialeinheit
Der Blick richtet sich sorgenvoll nach Osten: finnischer Soldat mit Sturmgewehr im Anschlag. (Foto: Puolustusvoimat / Verteidigungskräfte Finnlands)

In Zahlen: Mehr als 90 Prozent der rund 2.000 befragten Erwachsenen gaben an, dass sie Russland gegenwärtig für instabil und unberechenbar halten. Das Vertrauen in die politische Führung in Moskau scheint sich demzufolge dem Nullpunkt zu nähern.

Angesichts des Kriegsgeschehens in der Ukraine gaben 89 Prozent der Befragten an, in Russland eine klar expansionistische Supermacht zu sehen. Vor allem aber scheinen die Sorgen auch mit Blick auf das eigene Sicherheitsempfinden gewaltig zu sein.

Das zeigt sich daran, dass mittlerweile 85 Prozent der Menschen in Finnland in Russland eine erhebliche militärische Bedrohung sehen. Insofern war der Beitritt der zweifelsohne wehrfähigen Finnen zur NATO ein folgerichtiger Schritt – passend zum Gefühl der Menschen.

Darüber hinaus halten es fast 60 Prozent der Menschen in Finnland für wichtig, dass Russland den Krieg in der Ukraine verliert und sich aus dem in Teilen besetzten Land komplett zurückzieht. Auch ist ein Regimewechsel in Moskau für mehr als die Hälfte nötig, um eine dauerhafte Friedensperspektive zu erhalten.

75 % mit dem Verhalten der finnischen Regierung in Bezug auf den Ukrainekrieg zufrieden

Und noch ein Wert, der tief in das nachbarschaftliche Verhältnis blicken lässt: Mehr als 60 Prozent der Menschen in Finnland geben der „russischen Normalbevölkerung“ eine Mitschuld an dem Krieg in der Ukraine, weil sie sich nicht dagegen zur Wehr gesetzt habe.

Nato Finnland Russland
Finnland ist Anfang April 2023 offiziell der NATO beigetreten – als (bis dato) 31. Mitgliedsstaat. (Grafik: JaneUK / depositphotos.com)

Zudem wären rund 55 Prozent der Befragten für einen perspektivischen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union und zur Nato. Drei Viertel der Befragten gaben außerdem an, mit dem Verhalten der finnischen Regierung in Bezug auf den Krieg in der Ukraine zufrieden zu sein.

Laut Eva spiegeln die Ergebnisse der Umfrage die starke Unterstützung der Finnen für die Ukraine und ihre strikte Haltung gegenüber Russland wider. Eva selbst bezeichnet sich einem Bericht von Yle.fi zufolge als gemeinnützige und marktfreundliche Denkfabrik.

Das Meinungsforschungsinstitut Taloustutkimus befragte Ende September etwas mehr als 2.000 erwachsene Einwohner auf dem finnischen Festland. Die Fehlermarge der Ergebnisse soll nach Angaben des Instituts bei geschätzt 2 bis 3 Prozentpunkten liegen.

Hintergrund: Finnland ist im April 2023 offiziell zum 31. Mitglied der NATO ernannt worden. Die feierliche Aufnahme in Brüssel erfolgte auf den Tag genau 74 Jahre nach der Gründung der Militärallianz am 4. April 1949 in Washington.

Finnland hat eine rund 1350 Kilometer lange Landgrenze zu Russland, die sich hoch in den Norden Europas erstreckt. Der Kreml wiederum brandmarkte den NATO-Beitritt des Nachbarlandes als potenzielle Bedrohung für seine eigene Sicherheit.

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