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„Die Stadt versteht unsere Mission“

Zoo in Tallinn kommt bislang unbeschadet durch die Corona-Krise

Laut einem Bericht auf ERR.ee hat mehr als die Hälfte aller Zoos in Europa seit Ausbruch der Corona-Pandemie mit existenziellen Sorgen zu kämpfen.

Tallinner Zoo
Tallinner Zoo mit Löwenzahn im Gehege. (Foto: Orange Weekends, CC BY-NC 2.0)
Viele Tierparks sind seit Wochen und Monaten geschlossen. Damit fehlen wichtige Einnahmen für wichtige Ausgaben. Gerade die Pflege exotischer Tiere wird als sehr kostenintensiv beschrieben.

Der Zoo in Estlands Hauptstadt Tallinn kann dagegen durchatmen. Er gehört (bislang) nicht zu den Verlierern der Pandemie, was Direktor Tiit Maran auf die gute und enge Zusammenarbeit mit der Stadt zurückführt.

„Wir befinden uns in der recht glücklichen Situation, dass die Stadt Tallinn unsere Mission versteht und uns tatkräftig unterstützt.“ Wichtige Investitionen könnten so ohne jede Einschränkung getätigt werden, sagt er.

Naturerziehung sei eine der zentralen Aufgaben des Zoos, die auch in Corona-Zeiten nichts von ihrer Relevanz einbüße, so Maran weiter. „Es gab und gibt daher bislang keine Anzeichen dafür, unsere Aktivitäten in irgendeiner Form einzuschränken.“ Kurzum: Der Zoo in Tallinn bleibt bis auf weiteres geöffnet.

Dabei hilft natürlich, dass ausreichendes Abstandhalten auf dem rund 90 Hektar großen Gelände gut realisierbar ist. Nun, da der Winter da ist, sind die Besucherzahlen eh geringer als in den wärmeren Jahreszeiten. Aber die Gäste, die noch kommen, sind zahlende – ein Segen für die Buchhaltung.

Maran taxiert das jährliche Gesamtbudget des Zoos auf etwas über 5 Millionen Euro. Vieles davon fließt in die Löhne der Tierpfleger, ohne die hier natürlich nichts gehen würde.

„Und ein weiterer beträchtlicher Teil fließt in die Futterversorgung unserer Tiere. Allein dafür zahlen wir pro Jahr etwa eine halbe Million Euro“, rechnet der Zoodirektor vor.

Mit Blick auf die Gesamtsituation seiner Branche spricht Maran von einer „einzigartigen Krise“. Viele Zoos wüssten derzeit nicht, was kommt und wie es weitergehen kann. Am Ende, sagt Maran, wird in vielen Fällen nur die Schließung bleiben.

Der Zoo von Tallinn wurde im August 1939 gegründet. Der Anlass für die Gründung war, dass zwei Jahre zuvor eine Gruppe estnischer Sportschützen bei der Weltmeisterschaft in Helsinki nicht nur den so genannten Argentinien-Cup gewann, sondern auch einen Luchs. Der Luchs ist seither das Wappentier des Zoos.

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sh

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