World Cleanup Day

„Ich hasse Müll“ – Weltaufräumtag nun auch in Deutschland

| 1.09.2018 - 14:58 Uhr

Am „World Cleanup Day“ werden am 15.09.18 Menschen in 150 Ländern gegen das globale Müllproblem aufstehen und ein Zeichen gegen Müll und die Verschmutzung der Erde setzen. Die Aktion wird erstmals auch in Deutschland stattfinden. Woher kommt der World Cleanup Day und wer steckt dahinter?

World Cleanup Day

Von Fidschi bis Hawaii – am 15. September ist der World Cleanup Day.


Die weltweite Bürgerbewegung „Let’s do it“ startete vor zehn Jahren in Estland, als sich 50.000 Menschen zusammenschlossen, um ihr Land in nur fünf Stunden aufzuräumen. Begründer der Kampagne sind die Unternehmer Rainer Nõlvak und Eva Truuverk.

In einem Interview mit Visit Estonia wurde Nõlvak gebeten, zu erzählen, wie es zum Aktionstag gekommen sei. Er sagte:

„Ich hasse Müll. Ich habe es nicht mehr ertragen, die Abfälle im Wald zu sehen. Ich halte mich viel im Wald auf; meistens allein. Als ich immer mehr Müll sah, überkam mich das Gefühl, dagegen etwas unternehmen zu müssen. Also versuchte ich in einem ersten verzweifelten Versuch, eine Aufräumaktion zu organisieren. Ich scheiterte. Ich versuchte es noch einmal. Und scheiterte erneut. Dann kam mir die Idee: Wenn ich es schaffen sollte, das ganze Land zusammen zu bringen, damit wirklich jeder versteht, wie wichtig die Aufräumaktion ist, dann könnte es klappen. Und dank des fantastischen Teams und des Glücks, das wir hatten, haben wir es geschafft. Das war der Anfang der Bewegung.“

Weiter nach den Anfängen Befragt, sagte Nõlvak:

„2008 dachten wir, wir wären fertig damit. Wir waren müde, wir dachten, dass wir nie wieder Müll anrühren würden. Aber die menschliche Belastbarkeit und das Verlangen nach Sauberkeit kehrte immer wieder zurück. Wenn ich mir all die Menschen anschaue, die jetzt in der Bewegung sind, ist ihnen der unglaubliche Wunsch gemeinsam, eine Veränderung herbeizuführen. Ich weiß nicht, woher dieser Wunsch kommt, diese Bewegung scheint in ihnen zu wohnen. Es ist, als würde man eine Familie auf eine Art und Weise neu erschaffen – man hat Auseinandersetzungen und Probleme, aber wir halten alle zusammen. Und wir sehen so viele Gemeinsamkeiten zwischen uns allen – alles, was zählt, ist ein gemeinsames Ziel. Wir ziehen an einem Strang.“

Danach gefragt, was er selbst am World Cleanup Day machen werde, antwortete er:

„Das ist für jeden sehr persönlich. Ich werde auf meine kleine Insel zurückkehren und ein paar Freunde zusammentrommeln. Wir finden immer noch Müll, der aus anderen Ländern an die Küsten gespült wird – also machen wir sauber und feiern. Das werde ich an diesem Tag machen.“

Eva Truuverk, der zweite Kopf hinter dem Aktionstag und Mitglied des Vorstandes, fragte man, wie sie es geschafft hätten, so viele Leute dazu zu bringen, mitzumachen.

Truuverk: „Es war die starke Überzeugung des Teams, dass eine landesweite Aufräumaktion machbar ist. Innerhalb des Teams gab es eine richtige „Let’s do it“-Einstellung. Die Energie war erstaunlich und genau richtig für diese Art von Veranstaltung. Ich glaube immer noch, dass es wichtig ist, die richtigen Leute zur Unterstützung zu finden – es kann kein Solo-Projekt sein.“

„Niemand glaubte an einen Erfolg“, so Truuverk weiter, „- auf allen Ebenen, von der Regierung bis zu den örtlichen Vorständen. Das Team hingegen war sehr zuversichtlich. Der schwierigste Teil war die Logistik – im März realisierten wir, dass wir das Müllmanagement im ganzen Land selbst organisieren mussten. Und der Cleanup war für den 3. Mai angesetzt! Es war eine Kombination von einer Menge Glück und harter Arbeit, um Vereinbarungen mit Sponsoren zu treffen, die uns bei der Umsetzung halfen. Unsere Werbekampagne starteten wir Mitte März, was uns geholfen hat, uns an Unternehmen zu wenden, da einige von ihnen bereits verstanden hatten, was wir zu tun versuchten.“

Zum ersten Mal in Deutschland

Am 15. September wird eine grüne Welle über den Planeten rollen, die auf den Fidschi-Inseln beginnt und in Hawaii endet. Beim World Cleanup Day stellen sich Menschen in 150 Ländern dem globalen Müllproblem, beseitigen illegalen Abfall und wilde Müllkippen.

Zum ersten Mal wird auch Deutschland dabei sein. Es sind noch 13 Tage bis zum Start der Aufräumaktion, Interessierte können auf der Website deutschlandmacht.de sich über die geplanten Aktionen informieren und erfahren, wie man mitmachen kann.

Zielsetzung des Weltaufräumtages

Fuchs Südestland Natur

Junger Fuchs in der Natur Südestlands. (Foto Arne Ader)


Ziel der Organisatoren ist es, fünf Prozent der Weltbevölkerung für die Aktion zu aktivieren – dies ist die geschätzte Personenanzahl, die notwendig ist, um dauerhafte Veränderungen zu ermöglichen. „Besonders wichtig ist es, dass die Menschen das Gefühl haben, wir werden es schaffen, den Müll zu beseitigen, wenn viele mithelfen“, sagt Rainer Nõlvak.

Studie gibt World Cleanup Day in Estland Recht

Der Großteil des in Estland produzierten Essens ist natürlich und unverarbeitet. Laut einer Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Estland die zweitsaubersten Lebensmittel Europas – besser sind nur die nördlichen Nachbarn in Finnland. Der Anteil der Rückstände von Pestiziden in estnischen Lebensmitteln ist nicht einmal halb so hoch wie der EU-Durchschnitt – 18 Prozent gegenüber 42,1 Prozent. Reines Essen kommt aus sauberer Umgebung: Der Weltgesundheitsorganisation zufolge liegt Estland an vierter Stelle bei der städtischen Luftqualität.

ap

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