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Einst umkämpft, heute frei und weltoffen

Tartu – die Stadtgeschichte im Überblick

Die erste urkundliche Erwähnung der estnischen Siedlung Tarpatu reicht auf das Jahr 1030 zurück, als Großfürst Jaroslaw von Kiew die bestehenden Holzpalisaden zerstören und unter dem Namen Jurjev zu einer steinernen Festung ausbauen ließ.

Geschichte Stadt Tartu
Die Geschichte der Stadt Tartu ist lang und sehr bewegt. Foto: Websi
1215 wurde die Befestigung vom Schwertbrüderorden erobert und in Dorpat – den deutschen Namen Tartus – umbenannt.

Unwesentlich später erfolgte der Aufschwung: 1224 wurde die Stadt Bischofssitz, 1280 fand sie als wichtiges befestigtes Bindeglied zwischen Reval und Nordwest-Russland Anschluss an die Hanse.

Durch den Livländischen Krieg (1558-1583) zunächst in russischen Besitz übergegangen, waren es gegen Ende der Auseinandersetzungen litauisch-polnische Machthaber, die in Dorpat das Sagen hatten.

Das für estnische Verhältnisse geradezu normale Wechselspielchen um Macht und Vorherrschaft hatte hiermit begonnen.

Gründung der Akademie unter schwedischer Herrschaft

1625 wurde Dorpat zwischenzeitlich von schwedischen Truppen erobert, woraufhin König Gustav Adolf II. im Jahr 1632 die altehrwürdige Akademie gründen ließ. Für die Stadt war es der Auftakt in eine weitere kurze Blütezeit.

Nach blutigen Kämpfen ging Dorpat 1721 schließlich erneut in russischen Besitz über, woran sich bis zur ersten estnischen Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1918 nichts änderte. In diesem Zeitraum etablierte sich Tartu als offizieller Stadtname.

Ab 1944 folgte dann die Eingliederung Estlands in das Sowjetreich, woraufhin sich die Stadt im Verlauf des Kalten Krieges zum wichtigsten Luftwaffenstützpunkt im gesamten Baltikum entwickelte.

1990 folgte mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion schließlich auch im ländlich geprägten Südosten Estlands der Weg in die lang ersehnte politische Unabhängigkeit.

2016 wurde Tartu der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ verliehen.

Weiterführende Informationen zur Geschichte von Tartu:

  • Estnisches Nationalmuseum: Das Estnische Nationalmuseum blickt weit über die Stadtgrenze Tartuns hinaus. In zum Teil modernen, virtuellen Ausstellungen erhalten Besucherinnen und Besucher detaillierte Informationen zur langen Historie Estlands und der Tradition seiner Bevölkerung. Tickets gibt es ab etwa 10 Euro, geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag. Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Homepage des Museums.

  • Webseite: www.erm.ee

  • Museum der Universität Tartu: Das Museum behandelt die akademische Geschichte und wissenschaftliche Entwicklung der Stadt Tartu vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Ausstellung gewährt tiefe Einblicke in die hochschulischen Errungenschaften und Forschungsschwerpunkte in Bereichen wie Kunst, Medizin oder Astronomie. Geöffnet ist das Museum mittwochs bis sonntags. Der Eintritt kostet etwa 5 Euro.

  • Webseite: www.muuseum.ut.ee

Lesen Sie auch: Tartu – das mondäne akademische Zentrum Estlands.

sh

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