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Neue Studie

Waren die Wikinger die ersten Verlierer der Globalisierung?

Es ist eine lange offene Fragestellung gewesen: Warum zogen sich die Wikinger im 15. Jahrhundert aus Grönland zurück? Eine aktuelle Studie hat sich mit dem Thema beschäftigt und ist zu bemerkenswerten Schlussfolgerungen gelangt.

Walrosselfenbein Wikinger
Graviertes Walrosselfenbein. (Foto gemeinfrei)
Denn möglicherweise hatten es die Nordmänner auf der Jagd nach Walross derart übertrieben, dass ihnen mit dem allmählichen Aussterben der Tierart eine wichtige Lebensgrundlage entzogen wurde. Dazu muss man wissen, dass das aus den Stoßzähnen des Walrosses gewonnene Elfenbein im Mittelalter ein überaus wertvolles Handelsgut war. Im Tausch gegen so elementare Güter wie Holz und Eisen.

Den Anfang dieser Entwicklung soll der Studie zufolge das Aufkeimen von Handelswegen aus Westafrika markiert haben. Grönland? Westafrika? Wo ist da der Zusammenhang? „Globalisierung im Mittelalter“ könnte laut den vorliegenden Ergebnissen die Antwort lauten. Denn auch in Afrika gab es bereits Elfenbein – hier jedoch im Stoßzahn des Elefanten, der zudem auf dem Landweg erlegt werden konnte. Klarer Standortvorteil für Afrika, würde es heute heißen.

Also sank der Wert des Walross-Elfenbeins, weshalb die Wikinger dazu verdammt waren, immer mehr davon zu jagen – und damit den Bestand der Walrosspopulation empfindlich zu stören. Folglich musste man sich immer weiter in Richtung Polarkreis vorwagen, was die Walrossjagd nicht nur gefährlicher, sondern auch unwirtschaftlicher werden ließ.

Eine Sackgasse, aus der die Nordmänner scheinbar nur entrinnen konnten, indem sie sich zurückzogen. Ist das Ganze also ein mittelalterliches Paradebeispiel für unsere globalisierte Welt mit all ihren aufkommenden Verteilungsproblemen? Einer der Studienautoren sagt es gegenüber CNN so: „Es ist sicherlich riskant, hier historische Parallelen zur Gegenwart zu ziehen. Aber Vergleichbarkeiten lassen sich durchaus erkennen.“

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sh

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