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Insgesamt 116 Artefakte

England: Cambridge University will koloniales Diebesgut an Nigeria zurückgeben

Die University of Cambridge hat mitgeteilt, insgesamt 116 Artefakte an Nigeria zurückgeben zu wollen. Es handelt sich dabei um Diebesgut, das britische Kolonial-Streitkräfte 1897 bei der Plünderung von Benin Stadt erbeutet haben.

Fotos: University of Cambridge

Eine Charity Commission kam zu dem Schluss, dass die Universität „moralisch verpflichtet“ sei, die Kulturgüter zurückzugeben. Die als Benin-Bronzen bekannten Objekte werden wohl als rechtliches Eigentum an die Nigerianische Nationale Kommission für Museen und Denkmäler übertragen.

Ein Sprecher der Universität sagte, man arbeite „mit der Kommission eng zusammen, um die nächsten Schritte bezüglich der Rückgabe zu klären“. Es wäre so etwas wie der Schlussstrich unter eines von vielen kolonialen Kapiteln, die wie Blei auf der britischen Geschichte lasten.

Der Angriff auf Benin Stadt erfolgte 1897 als Reaktion Großbritanniens auf einen Handelsstreit. Britische Truppen brannten den Stadtpalast nieder, verbannten den König und entwendeten zur Finanzierung des Militäreinsatzes Kulturgut von unschätzbarem Wert.

„Mehrere Tausend Messingstücke und andere Artefakte, die als die Bronzen von Benin bekannt sind, wurden von den Briten erbeutet und anschließend in London verkauft“, heißt es in einem Statement der Universität zu den Hintergründen der kolonialen Untat.

Die Artefakte wurden später auf zahlreiche Museen im Vereinigten Königreich, im übrigen Europa und in den USA verteilt. Nach BBC-Angaben befinden sich besagte 116 Gegenstände derzeit noch im universitätseigenen Museum für Archäologie und Anthropologie.

Museumsdirektor Prof. Nicholas Thomas: „Im gesamten internationalen Museumssektor wächst die Erkenntnis, dass unrechtmäßig erworbene Artefakte an ihre Herkunftsländer zurückgegeben werden sollten“. Wie bitter, dass es für eine solch simple Erkenntnis mehr als 100 Jahre brauchte.

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