Erfolgreiche Ausgrabung in Ägypten

Unglaublicher Fund: Mumien mit Goldzungen in 2.000 Jahre alter Grabkammer entdeckt

Goldzunge Mumie
Fantastischer Mumien-Fund in Ägypten. (Foto: Egyptian Ministry of Tourism and Antiquities)

In der Nähe der antiken Stätte Oxyrhynchus haben Archäologen einen fantastischen Friedhof aus der römischen Epoche freigelegt. Die Grabkammer in Minya enthüllte neben Mumien und Brandbestattungen auch absolut außergewöhnliche Artefakte wie Zungen aus Gold und ein literarisches Manuskript vonWeltrang.

Ein Forschungsteam der Universität Barcelona und des Instituts für den Alten Nahen Osten leitete die Ausgrabungen. Die Experten stießen dabei auf eine Vielzahl von Bestattungsformen, die neue Einblicke in die religiösen Vorstellungen der damaligen Bewohner ermöglichen.

Besonders auffällig waren mehrere Mumien, die in hölzernen Särgen mit geometrisch verzierten Textilien geborgen wurden. In den Mündern einiger Verstorbener fanden die Archäologen tatsächlich Zungen aus Gold, die symbolisch wohl die Fähigkeit zur Rede im Jenseits sichern sollten.

Literarische Schätze und rituelle Beigaben

Ein herausragender Fund ist ein Papyrus, der direkt bei einer der Mumien platziert worden war. Das Dokument enthält Verse aus Homers Ilias. Der Text belegt eindrucksvoll, wie stark die griechische Literatur auch während der römischen Herrschaft im kulturellen Leben Ägyptens verankert blieb.

Wie Archaeology News Online Magazine berichtet, zeigt die Entdeckung die Verschmelzung verschiedener Traditionen in der Region. Südlich der Hauptgräber entdeckten die Forscher zudem zahlreiche Terrakotta- und Bronzefiguren. Diese stellen unter anderem die Gottheiten Harpokrates und Cupido dar, was die Vermischung von ägyptischen und griechisch-römischen Glaubenswelten unterstreicht.

Unterschiedliche Bestattungsrituale in Minya

Neben der Mumifizierung nutzten die Bewohner der antiken Stadt offenbar auch die Kremation zur Beisetzung ihrer Toten. In einem Kalksteinkomplex mit drei Kammern fanden die Archäologen große Gefäße mit verbrannten menschlichen Überresten.

In einer dieser Kammern wurden die Asche eines Erwachsenen, Knochen eines Kleinkindes und der Kopf eines Tieres gemeinsam in Stoff gewickelt entdeckt. Diese Vielfalt an Riten bietet der Wissenschaft eine detaillierte Perspektive auf die Vorbereitungen für das Leben nach dem Tod.

Trotz deutlicher Spuren früherer Plünderungen liefert die Fundstelle wertvolle physische Beweise für Bräuche, die bisher oft nur aus Texten bekannt waren. Die Kombination aus literarischen Funden und rituellen Objekten macht den Friedhof in Minya zu einer bedeutenden Quelle für die Archäologie.

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