Unbekannte Arten

Tiefsee-Nekropole: Fünf Millionen Jahre alter Walfriedhof entdeckt

Walfriedhof entdeckt
Größe, Tiefe und Alter des Fundes gingen „weit über alles hinaus, was wir uns vorgestellt hatten“, sagt ein Tiefseeforscher. (Foto: Oliver Tsappis)

Ein internationales Forschungsteam hat im südöstlichen Indischen Ozean eine Entdeckung von gewaltigem Ausmaß gemacht. In einer Tiefe von umgerechnet etwa sieben Kilometern stießen die Wissenschaftler auf einen riesigen Walfriedhof.

Die Fundstelle erstreckt sich über eine Länge von umgerechnet etwa 1.200 Kilometern entlang der sogenannten Diamantina-Bruchzone. Dieser Bereich am Meeresboden ist für seine markanten Rücken und tiefen Gräben bekannt.

Besonders das Alter der gefundenen Überreste sorgt unter Wissenschaftlern für großes Aufsehen. Einige der Skelette datieren die Experten auf eine Zeit vor etwa 5,3 Millionen Jahren zurück.

Unbekannte Arten in der Tiefsee-Nekropole

Die Unterwasser-Nekropole wurde von einem Team aus China, Italien und Neuseeland während insgesamt 32 Tauchgängen untersucht. Dabei konnten die Forscher Proben an 485 verschiedenen Stellen mit Walfossilien und aktiven Walkadavern sammeln.

In dem Gebiet wimmelt es zudem von Organismen, die der Wissenschaft bisher möglicherweise gänzlich unbekannt waren. Laut der Fachzeitschrift Nature siedeln sich Quallen, Würmer und Krebstiere an den riesigen Kadavern an.

Unter den Fundstücken befand sich unter anderem der versteinerte Schädel einer ausgestorbenen Walart namens Pterocetus benguelae. Auch eine völlig neue Spezies wurde identifiziert und nach dem Fundort Pterocetus diamantinae getauft.

Wissenschaftlicher Durchbruch in sieben Kilometern Tiefe

Der Forscher Dr. Xiaotong Peng von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zeigte sich von den Ausmaßen der Entdeckung tief beeindruckt. „Die Entdeckung einer Nekropole dieser Größenordnung war völlig unerwartet“, erklärte der Wissenschaftler gegenüber den Medien.

Die Verteilung, die Tiefe und das Altersspektrum der Funde liegen laut Peng weit jenseits dessen, was man sich zuvor hätte vorstellen können. Der größte Fund war der Kadaver eines fünf Meter langen Antarktischen Zwergwals.

Experten wie Dr. Stephen J. Godfrey vom Calvert Marine Museum, USA, bezeichnen den Fund als ein wahrhaft einzigartiges Ereignis. Er vergleicht die Veröffentlichung der Studienergebnisse mit dem Trailer zu einer epischen Filmreihe, der noch viele weitere Entdeckungen folgen werden.

Obwohl die Fundstelle aufgrund der extremen Tiefe nur schwer zugänglich ist, liefert sie wichtige Erkenntnisse über die marine Evolution. Die Forscher hoffen, dass dieser Erfolg weitere Tauchmissionen in ähnlichen Tiefseeumgebungen auf der ganzen Welt inspirieren wird.

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