„Eine Folge der Weltlage“
Soldaten in Oslos Straßen: Norwegen setzt Streitkräfte im Innern ein
Kriege binden die Kräfte der Polizei
Hintergrund ist eine verschärfte Bedrohungslage infolge des Konflikts im Nahen Osten und des Kriegs in der Ukraine. Auf die Polizei – insbesondere auf den Polizeibezirk Oslo – kommen dadurch zusätzliche Aufgaben zu:
Deutlich mehr Einsatzkräfte als zuvor sind durch Bewachungsaufgaben gebunden, der Einsatzumfang beim Schutz der Hauptstadt nimmt zum Sommer hin weiter zu, und die Belastung ist seit Längerem hoch.
„Wir haben es deshalb für notwendig gehalten, um Unterstützung bei der Bewachung ausgewählter Orte zu bitten, damit die Polizei wichtige Aufgaben in der Prävention und bei der Präsenz nicht zurückstellen muss – vor allem in gefährdeten Gebieten und bei Jugendlichen“, sagt Polizeidirektor Håkon Skulstad.
Für die Polizei sei es wichtig, dass diese Arbeit im Sommer in ganz Norwegen so weit wie möglich aufrechterhalten werde.
Hilfe aus Nachbarbezirken keine Option
Eine Alternative sah die Polizeiführung nicht. Die Bedrohungslage betreffe auch die übrigen Polizeibezirke, sagt Skulstad – Hilfe aus umliegenden Bezirken würde die Belastung nur dorthin verlagern. Die abgebenden Bezirke müssten dann ihre sichtbare Polizeipräsenz und die Ermittlungsarbeit in Strafsachen zurückfahren.
„Das ist keine vertretbare Lösung“, so der Polizeidirektor.
„Eine Folge der Weltlage“
Dass Soldaten vor Gebäuden in der Hauptstadt Wache stehen, sei für die Bevölkerung ungewohnt, räumt Skulstad ein. „Aber das ist leider eine Folge der Weltlage, die auch Oslo trifft – wie viele andere westliche Hauptstädte.“
Aufgabe der Polizei sei es, für Sicherheit, Ruhe und Ordnung zu sorgen – die Unterstützung durch die Streitkräfte sei wichtig, damit sie das leisten könne.
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