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Im Fegefeuer der Wartezeit

Wie lange dauert es in Schweden nach dem Tod bis zur Beerdigung?

Um die Frage sofort zu beantworten: Sehr lange. Laut den Daten des schwedischen Verband der Bestattungsunternehmen (SBF) hat Schweden die weltweit längste Wartezeit zwischen Tod und Bestattung.

Beerdigung Schweden beachten
Schweden hat die weltweit längste Wartezeit zwischen Tod und Bestattung. (Foto: Mayron Oliveira)
Sie hat sich im vergangenen Jahr leicht auf durchschnittlich 24,9 Tage erhöht. Und das ist nachdem die Wartezeit vor zehn Jahren gesetzlich verkürzt wurde.

Vor zehn Jahren wurde das Gesetz geändert, um den Zeitraum zwischen Tod und Einäscherung oder Beerdigung auf einen Monat zu begrenzen. Früher betrug die Frist zwei Monate, aber in der Praxis war sie kürzer als jetzt.

Die Erhebung basiert auf 5.633 Bestattungen, die im Oktober und November 2022 stattfanden, schreibt das SBF in einer Pressemitteilung.

Der Durchschnitt der Tage zwischen Tod und Beerdigung lag in den letzten Jahren bei:

  • 2014: 19,5
  • 2015: 20,3
  • 2016: 21,2
  • 2017: 21,7
  • 2018: 22,3
  • 2019: 23,2
  • 2020: 23,7
  • 2021: 24,4
  • 2022: 24,9

Über Bestattungen in Schweden

Jeder, der in Schweden gemeldet ist, zahlt über seine Steuern eine obligatorische Bestattungsabgabe. Diese Gebühr gilt unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit oder Überzeugung der Person und soll einen Teil der Kosten decken, die beim Tod eines Menschen entstehen.

Die Bestattungsgebühr deckt folgende Kosten:

  • Eine Grabstelle für 25 Jahre
  • Beerdigung und/oder Einäscherung
  • Bestimmte Überführungen des Sarges
  • Räumlichkeiten für die Aufbewahrung und Besichtigung der Leiche
  • Räumlichkeiten für eine Beerdigungszeremonie ohne religiöse Symbole

Diese Leistungen werden kostenlos erbracht, auch in einer anderen Gemeinde als der, in der der/die Verstorbene gemeldet war.

Was geschieht nach dem Eintritt des Todes?

Abgesehen davon, dass wir nicht wissen, was nach dem Tod gesaschieht, wissen wir sehr genau, was nach dem Tod in Schweden passiert:

Unabhängig davon, wo die Person stirbt, ist die Gemeinde dafür verantwortlich, die Überführung der verstorbenen Person in ein Leichenhaus zu organisieren.

Wenn die Person zu Hause gestorben ist, muss immer ein Arzt in die Wohnung kommen, um die Todesursache festzustellen. Dies geschieht zur Wahrung der gesetzlichen Rechte.

Besteht der Verdacht auf ein Verbrechen, wird immer die Polizei eingeschaltet. Der Bestattungsunternehmer organisiert den Transport vom Haus zur Leichenhalle. Die meisten Bestattungsunternehmen haben rund um die Uhr Personal in Bereitschaft.

Wenn jemand gestorben ist, muss die Todesursache immer von einem Arzt festgestellt werden. Im Zweifelsfall kann eine Autopsie erforderlich sein. Eine Autopsie ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, der von einem Arzt durchgeführt wird. Man kann die Genehmigung für eine Autopsie nur in Ausnahmefällen verweigern.

Was die Hinterbliebenen zahlen müssen

  • Sarg und Einkleidung der verstorbenen Person
  • Dekorationen und Blumen
  • Nachrufe
  • Überführung des Sarges in den Aufbahrungsraum (Räumlichkeiten zur Aufbewahrung und Besichtigung)
  • Beerdigungszeremonie
  • Sargträger
  • Gedenkfeier
  • Grabstein
  • Pflege des Grabes

Die Bürokratisierung der Beerdigungskosten trägt dazu bei, dass die Zeit zwischen Eintritt des Todes und der Beerdigung von den Bürokraten der lokalen Behörden abhängig ist. Je nach Auslastung der Behörde in einer bestimmten Gemeinde, variiert auch die Dauer zwischen Sterbefall und Begräbnis.

Zum Vergleich: In Deutschland werden Verstorbene durchschnittlich binnen einer Woche bestattet.

Unser QUIZ zum Thema SCHWEDEN

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