Fund des Jahres

Radfahrer rettet antiken Runenstein vor Zerstörung

| 16.08.2018 - 14:06 Uhr

In Schweden hat ein Radfahrer einen tausend Jahre alten Runenstein davor bewahrt, in Stücke zerschlagen zu werden.

Beim Bau eines Radweges am See Mälaren ist ein Bagger vergangenen Donnerstag auf etwas hartes gestoßen. Die Bauarbeiter erkannten nichts Besonderes an dem Stein und tüftelten bereits einen Plan aus, wie sie das „Problem“ kleinkriegen könnten.

Runenstein

Der große Jellingstein ist ein Reliefrunenstein mit Christusdarstellung, um 960/985. – Dies ist ein Beispielstein, nicht der gefundene. (Foto Roberto Fortuna, CC BY-SA 3.0)


Wie die schwedische Website Eskilstuna Kuriren gestern berichtete, habe der Radfahrer, Erik Björklid, im Vorbeifahren den Stein zufällig erblickt und seine Bedeutung erkannt. Eine Stunde später war Urban Mattsson, Vertreter der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Södermanland, an der Fundstelle.

Als die Journalisten des Eskilstuna Kuriren Magnus Källström, den wissenschaftlichen Leiter des schwedischen Zentralamtes für Denkmalpflege (Riksantikvarieämbetet), zum Fund befragen, antwortet dieser: „Es ist sehr aufregend! Der Fund des Jahres!“ Dann fügt er hinzu: „Ich erkenne den Stein aus der Literatur. Er hat eine spezielle Ornamentik und ist gut erhalten.“

Der Wissenschaftler sagt, dieser Stein sei bereits im Jahre 1668 durch den Antiquar Johan Peringskiöld dokumentiert worden. Seitdem sei er aber verschollen gewesen.

Die Inschrift auf dem Runenstein besagt: „Ingulv und Visäte errichteten diesen Stein für Bugge und Sigsten. Gott helfe ihren Seelen“. Zudem weisen die Ornamente ein ungewöhnliches Kreuz, sowie ineinandergreifende Zopfmuster auf.

Runensteine, also aufrechtstehende Steine, die mit Runeninschriften versehen sind, wurden in Schweden zwischen dem 4. und 12. Jahrhundert aufgestellt. Meist in Gedenken an Verstorbene.

Mattson, von der lokalen Denkmalschutzbehörde, sagt gegenüber dem Kuriren, die Kreisverwaltung habe noch nicht entschieden, ob es zu weiteren Grabungen am Fundort kommen werde oder ob man den Stein einfach fortbewege.

Magnus Källström meint, der Stein sei noch an der selben Stelle, als er im 17. Jhrh. registriert wurde. „Er sollte unbedingt wieder errichtet werden, idealerweise in der Nähe der Stelle, an der er gefunden wurde.“

Der Bau des Radweges kommt damit vermutlich nun etwas ins Stocken.

ap

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