Von Zelle zum Zimmer

Übernachten hinter Gittern – In Visby eröffnet ein Gefängnishostel


Das Gefängnis-Hostel in Visby, Gotland. (Foto: Magdalena Björnsdotter)

Im ehemaligen Gefängnis am Hafen von Visby hat der Svenska Turistföreningen (STF) eine neue Herberge eröffnet. Der schwedische Tourismusverband betreibt im ganzen Land Wanderwege, Berghütten und Herbergen – und hat nun eines der bekanntesten Wahrzeichen Visbys in eine Unterkunft verwandelt, zentral gelegen zwischen Fährterminal und Innenstadt.

Entstanden ist eine der interessantesten Unterkunftsmöglichkeiten, die die mittelalterliche Welterbestadt derzeit zu bieten hat.

Von der Zelle zum Zimmer

Im Frühjahr wurde das alte Gefängnis umfassend renoviert: neue Betten, neue Böden, frisch gestrichene Wände, aufgewertete Küchen und solide Holzmöbel in den Gemeinschaftsbereichen. Die meisten der 48 Zimmer mit mehr als 100 Betten befinden sich in den früheren Gefängniszellen.

Wer mehr Privatsphäre bevorzugt, kann auf dem ehemaligen Gefängnishof ein kleineres Apartment mit eigener Küche und eigenem Bad buchen. Eröffnet wurde die Herberge am 1. Juni. Die STF-Mitgliederpreise beginnen ab 1.366 Kronen (ca. 126 Euro) pro Zimmer und Nacht im Hochsommer. Nichtmitglieder zahlen mehr.

Charakter und Komfort

„Die Verbindung aus historischem Erbe und den durchgeführten Erneuerungen schafft eine Unterkunft mit Charakter und Komfort“, sagt Peter Eriksson, Leiter der STF-Unterkünfte. Er sieht die Eröffnung als Auftakt einer langfristigen Entwicklung: Gemeinsam mit dem Eigentümer soll die Anlage schrittweise weiter ausgebaut werden.

Den Gästen stehen Gemeinschaftsküchen, mehrere Aufenthaltsräume und ein gemütlicher Innenhof mit Gartenmöbeln zur Verfügung. Die Lage mitten im Hafen macht die Herberge zum idealen Ausgangspunkt für alle, die Visby und Gotland erkunden möchten – und die nichts dagegen haben, dabei in einer ehemaligen Zelle zu schlafen.

Visby – mittelalterliches Welterbe an der Ostsee

Visby ist keine gewöhnliche Stadt. Die Hauptstadt der schwedischen Ostseeinsel Gotland gehört seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Nordeuropas.

Ihre Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert steht noch weitgehend vollständig, und innerhalb der Mauern prägen rund ein Dutzend Kirchenruinen das Stadtbild. Wer in dem neuen Hostel übernachtet, schläft nicht nur in einer ehemaligen Gefängniszelle – sondern mitten in einem der außergewöhnlichsten Stadtensembles der Ostsee.

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