Betreibergesellschaft Sund & Bælt gab bekannt
Storebælt-Brücke: Neues Bezahlsystem soll zukünftig Staus verhindern

Die Betreibergesellschaft Sund & Bælt hat die vollständige Implementierung eines neuen Bezahlsystems für die Storebælt-Brücke in Dänemark bekannt gegeben. Damit reagiert das Unternehmen auf schwere IT-Ausfälle im vergangenen Jahr, die zu kilometerlangen Staus auf einer der wichtigsten Verkehrsverbindungen des Landes führten.
Das neue System nutzt das Verfahren der sogenannten verzögerten Autorisierung, um Zahlungen auch ohne aktive Internetverbindung zu verarbeiten. Hierbei werden die Transaktionsdaten lokal gespeichert und erst nach der Wiederherstellung der Netzwerkverbindung an die Banken übermittelt.
Ziel dieser technischen Neuerung ist es, den Verkehrsfluss selbst bei großflächigen Störungen des Zahlungsdienstleisters Nets aufrechtzuerhalten. Autofahrer sollen im Idealfall überhaupt nicht bemerken, wenn im Hintergrund eine IT-Störung vorliegt.
Erfolgreiche Belastungstests im Live-Betrieb
Ein ungeplanter Ausfall am 21. Mai diente bereits als erste Bewährungsprobe für die neue Technologie. Während des fünfstündigen Netzwerkausfalls blieb der Verkehr auf der Brücke weitestgehend flüssig und ohne nennenswerte Verzögerungen.
Pressechef Jens Villemoes von Sund & Bælt erklärte dazu, dass die Kunden trotz der Störung keine Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Lediglich eine kleine Gruppe von Reisenden hatte spezifische Probleme, weshalb vereinzelt Schranken manuell geöffnet wurden.
Wie der dänische Rundfunk DR berichtet, wurde das System im Juni in sämtlichen Fahrspuren erfolgreich getestet. Die Betreiber zeigen sich zuversichtlich, dass die technischen Kinderkrankheiten der Testphase nun vollständig behoben sind.
Sicherheitsmaßnahmen für die Hauptreisesaison
Für die besonders verkehrsreichen Sommermonate hat das Unternehmen zusätzliche Protokolle für den Notfall etabliert. Sollten die Prognosen trotz des neuen Systems eine Wartezeit von mehr als 15 Minuten vorhersagen, werden die Schranken für Kartenzahler komplett geöffnet.
Diese Entscheidung basiert auf den Erfahrungen aus dem Sommer 2023, als ein IT-Kollaps während der Ferienzeit für massives Chaos sorgte. Damals führten viele ausländische Touristen und ein hohes Verkehrsaufkommen zu einer vollständigen Blockade der Zufahrten.
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