Facebooktwitterpinterestrssinstagram

Stahlbeton-Spektakel Storebeltbrücke

Dänemark: Fahrt über die Großer Belt-Brücke – sehr beeindruckend, aber nicht günstig (Video)

Da redet alle Welt über die Öresundbrücke, die Dänemark mit Schweden verbindet, dabei gibt es da ja etwas westlich noch was anderes. Etwas nicht minder Faszinierendes. Gemeint ist die Brücke über den Großen Belt, die die dänischen Inseln Fünen (Zentrum) und Seeland (Osten) verbindet.

Großer Belt Brücke Storebeltbroen
Blick auf die Großer Belt-Brücke (Storebeltbroen) von der Halsskover Seite aus.
(Foto: Nordisch.info)
Das im Dänischen Storebæltsbroen genannte Riesenbauwerk ist insgesamt rund 13,5 Kilometer lang und so beeindruckend, dass es dieses Jahr als Quasi-Etappenziel bei der Tour de France dient. Die Tour ist zu Beginn für drei Etappen in Dänemark zu Gast, mit Nyborg als Etappenziel – am 2. Juli.

Und das Tor nach Nyborg ist, genau, die Großer Belt Brücke, deren Passage mit dem Rad normalerweise nicht möglich ist. Ist auch besser so, war unser Gedanke, als wir Ende Mai mit dem Pkw bei sehr wechselhaftem Wetter und recht heftigem Seitenwind darübergefahren sind.

Storebeltbrücke Kosten: umgerechnet 34 Euro Maut pro Passage

Dass die Überfahrt der 1998 feierlich eingeweihten Storebæltsbroen mit umgerechnet 34 Euro (im mittelgroßen Pkw) nicht eben günstig ist, ist sicherlich dem Wartungsaufwand der an ihrer Spitze 254 Meter hohen Konstruktion geschuldet. Und natürlich ihrer Refinanzierung, die irgendwann um 2030 enden soll.

Wer nur mal gucken will (und nicht drüberfahren), sollte bei der Anfahrt ein wenig aufpassen, da – von Nyborg auf der E20 kommend – die Ausfahrt „Knudshoved“ der allerletzte Wendepunkt vor der Mautstation ist. Ab hier muss man an der Storebeltbrücke Maut zahlen, ob man will oder nicht, was uns natürlich passiert ist (geht übrigens sehr fix, wahlweise mit EC-Karte).

Andererseits: Wem das Geld mal eben wurscht ist für einen Top-Foto-Winkel, der sollte tatsächlich rüber nach Seeland, da man von hier aus den idealen Nah-Blick auf die Brücke hat. Am besten raus an der Ausfahrt Halsskov, von wo aus es nur ein paar Kurven bis Halsskov Odde ist. Wer von Seeland her kommt, hat den Vorteil, dass man diesen Punkt auch ohne Maut erreicht.

Dashcam-Fahrt über die Großer Belt-Brücke

Halsskov Odde ist ein kleiner Landvorsprung am Fuß der Brücke mit Haltemöglichkeit. Näher kommt man nicht ran. Keine Frage, das hat schon was, wenn man hier aussteigt. Von hier kommt man mit ein bisschen Kletterei auch fußläufig unter der Brücke durch auf die andere Seite.

DIE innerdänische Brücke – Großer Belt bis 1998 nur per Fähre passierbar

Dass die Brücke für den Großteil ihrer Benutzer nicht nur zum Gucken ist, liegt an einer ganz simplen Tatsache: Es gibt sonst keine Landverbindung über den Großen Belt, weshalb man bis 1998 nur per Fähre zwischen Fünen und Seeland verkehren konnte.

Damit war auch die dänische Hauptstadt Kopenhagen – ganz im Osten von Seeland gelegen – quasi abgeschnitten, zumindest symbolisch. Dennoch hatte die Idee von einer Überbrückung des Großen Belt in der dänischen Bevölkerung alles andere als nur Befürworter. Der politische Beschluss zum Bau kam dennoch. Am 12. Juni 1986 war das.

Da die Breite des Großen Belt etwa 18 Kilometer beträgt, waren die Planungen für den Bau der Brücke äußerst komplex. Neben einer bis dato alles überragenden Hängebrücke (Ostteil) brauchte es zunächst noch einen langgezogenen „Anlauf“ ab Nyborg, unter Einbeziehung des Inselchens Sprogø.

Hinzu kamen als Anforderungen, dem empfindlichen Ökosystem der Ostsee gerecht zu werden, die Passage von Straße und Bahn zu kombinieren. Und, natürlich, auch noch die Schifffahrt zu berücksichtigen, zu deren Hotspots in Europa nun einmal der Große Belt zählt.

Storebeltbrücke Länge: Maximale Spannweite 1.624 Meter (gesamt 13,5 Kilometer)

Eine Brückenkonstruktion mit einer mindestens 1,5 Kilometer breiten Durchfahrt musste her, da sonst die dicken Pötte zu Wasser Platzprobleme bekommen hätten. Vor allem bei Gegenverkehr.

Schnell war klar: Für eine Spannweite dieser Größenordnung kam letztlich nur eine Hängebrücke infrage. So weit so gut. Wegen der relativen Windanfälligkeit einer solchen Konstruktion und der damit einhergehenden Schwingungen sah man sich jedoch außerstande, Straße und Bahn kombiniert über die Brücke zu leiten.

Also entschied man sich für einen Split beider Systeme ab der oben bereits erwähnten Insel Sprogø. Ab hier lautete also der Plan: Brücke für den Straßenverkehr und Tunnel für die Bahn, was den Gesamtkomplex der Belt-Querung zu einem wahren Megaprojekt machte.

1990 begannen dann die Bauarbeiten. Herausgekommen ist zwischen den beiden Haupt-Pylonen letztlich eine Spannweite von 1.624 Metern. Und nochmal je 535 Meter links und rechts davon.

Eigentlich weltrekordverdächtige Daten, wäre nicht in etwa zeitgleich in Japan eine Brücke mit noch mehr Spannweite errichtet worden. Den Dänen wird’s freilich egal sein. Heute wird die Brücke täglich von weit über 30.000 Fahrzeugen passiert. Mehr innerdänisches Bindeglied geht nicht.

Maut Storebeltbrücke: Preise inklusive Personen (einfache Fahrt, umgerechnet)

  • Pkw unter 3 Meter Länge (17 Euro)

  • Pkw (mit Anhänger / Wohnmobil) bis 6 Meter Gesamtlänge – und unter 3,5 Tonnen (34 Euro)

  • Pkw (mit Anhänger) über 6 Meter Gesamtlänge – und unter 3,5 Tonnen (50 Euro)

  • Wohnmobil ab 6 bis 10 Meter Länge – unabhängig vom Gewicht (80 Euro)

Unser Wer-Was-Wann-Wo-Dänemark-Bilderquiz

Sie wollen diesen Beitrag teilen?

Facebooktwitterredditpinterestmail
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen