Cairngorms-Nationalpark

Katastrophenfall ausgerufen: Flächenbrand in Schottland außer Kontrolle

Waldbrand Schottland
Feuerwalze in Schottland. (Foto: Ronan Dugan)

Die schottische Polizei hat aufgrund eines seit zehn Tagen wütenden Wildfeuers im Cairngorms-Nationalpark einen offiziellen Katastrophenfall ausgerufen. Ein plötzlicher Umschwung der Windrichtung führte dazu, dass die Flammen nun unmittelbar auf die Gemeinde Nethy Bridge zusteuern. Die Situation ist außer Kontrolle.

Die Behörden ordneten die vollständige Evakuierung aller Anwohner an, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Die schottische Polizei erklärte, dass die veränderten Wetterbedingungen das Risiko einer Brandausbreitung massiv erhöht haben.

First Minister John Swinney berief am frühen Samstagmorgen den Krisenstab der Regierung ein und entsandte zusätzliche Polizeikräfte in die Region. Er forderte die Öffentlichkeit eindringlich dazu auf, die eingerichteten Sperrzonen strikt zu respektieren und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten.

Evakuierung und Kritik der Anwohner

Die betroffenen Bewohner wurden angewiesen, sich in einem speziellen Betreuungszentrum in einem Hotel in Aviemore einzufinden. Alle Zufahrtsstraßen nach Nethy Bridge sind derzeit für den privaten Verkehr gesperrt.

Ein Anwohner äußerte gegenüber den Medien deutliche Kritik an der späten Reaktion der Behörden und beklagte eine mangelhafte Kommunikation. Er betonte, dass viele Menschen erst alarmiert wurden, als die Flammen bereits in Sichtweite ihrer Häuser waren.

Besondere Sorge gilt der Mobilisierung älterer Menschen und Personen mit Behinderungen innerhalb des Dorfes. Da die Evakuierung sehr kurzfristig erfolgte, müssen viele Betroffene zudem die Kosten für alternative Unterkünfte selbst tragen.

Einsatzbedingungen und politische Debatte

Mehr als 100 Feuerwehrleute kämpfen gegen den Brand, der ursprünglich in der Nähe der Ryvoan-Hütte ausgebrochen war. An seinem Höhepunkt erstreckte sich das Feuer über eine Fläche von umgerechnet etwa sechs Quadratkilometern Heidekraut und Baumbestand.

Wie die BBC berichtet, wird der Einsatz durch Drohnen unterstützt, die gezielt nach Glutnestern suchen. Kilometerlange Brandschutzschneisen konnten bisher verhindern, dass sich neue Brände noch schneller ausbreiten.

Die Situation hat mittlerweile auch eine politische Debatte über die Ausstattung der Rettungskräfte ausgelöst. Kritiker bemängeln, dass der schottische Feuerwehr- und Rettungsdienst keinen direkten Zugriff auf eigene Hubschrauber hat und stattdessen auf private Firmen angewiesen ist.

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