Cairngorms-Nationalpark
Großbrand in Schottland nicht zu bändigen – Schaulustige auch nicht

Im schottischen Cairngorms-Nationalpark kämpfen Einsatzkräfte seit über einer Woche gegen einen großflächigen Waldbrand, der bereits eine Fläche von zehn Quadratkilometern verwüstet hat. Trotz strikter Absperrungen und Lebensgefahr versuchen weiterhin Menschen, in das betroffene Gebiet einzudringen, während neue Glutnester die Lage verschärfen.
Der verheerende Brand brach ursprünglich in der Nähe der Ryvoan-Hütte südlich von Nethy Bridge aus. Mehr als 100 Feuerwehrleute sind seitdem unermüdlich im Einsatz, um die Flammen in dem schwierigen Gelände unter Kontrolle zu bringen.
Die Situation hat sich am Donnerstagabend durch einen massiven neuen Flammenausbruch dramatisch verschlechtert. Der Vorsitzende des Gemeinderats von Nethy Bridge, Sandy McCook, erklärte dazu: „Das Feuer ist wieder aufgeflammt – wir fangen praktisch wieder bei Null an.“
Gefährliche Missachtung der Sperrzonen
Obwohl zahlreiche Straßensperren, Warnschilder und Polizeikordone errichtet wurden, berichten die Rettungskräfte weiterhin von unbefugten Personen im Krisengebiet. Die schottische Feuerwehr (SFRS) appelliert deshalb mit Nachdruck an die Öffentlichkeit, die Evakuierungszonen unbedingt zu meiden.
Starke Winde drohen derzeit, bestehende Brandherde erneut zu entfachen und das Feuer in bisher unberührte Waldabschnitte zu tragen. Die Einsatzkräfte nutzen Hubschrauber für gezielte Löschwasserabwürfe aus der Luft, um die Bodenmannschaften bei ihrer gefährlichen Arbeit zu unterstützen.
Langwierige Löscharbeiten erwartet
Wie der Nachrichtensender BBC berichtet, werden die Löscharbeiten und die Überwachung der Glutnester voraussichtlich bis weit in die nächste Woche andauern. Michael Humphreys vom SFRS betonte, dass in der komplexen Landschaft weiterhin erhebliche Brandherde aktiv sind.
Die Sperrungen betreffen beliebte Wanderwege rund um Glenmore, Loch Morlich und den Zugang zum Cairngorm Mountain. Auch der Zugang zum Abernethy Forest bleibt für Wanderer und Touristen bis auf Weiteres streng untersagt.
Appell an die Vernunft der Besucher
Bill Lobban vom Highland Council bezeichnete die Zerstörungen in dem ökologisch wertvollen Gebiet als absolut herzzerreißend. Er forderte alle Besucher auf, die Warnungen der Notfalldienste ernst zu nehmen und ihr Leben nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.
Trotz der dramatischen Lage im Nationalpark sind nahegelegene Ziele wie Aviemore weiterhin für Touristen zugänglich. Die Parkverwaltung weist darauf hin, dass es außerhalb der Brandzone genügend sichere Alternativen für Erkundungen gibt.
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