Im Nordwesten Polens

Beim Beerensammeln: Flugzeugwrack aus 2. Weltkrieg in Wald entdeckt

Wrackteil Polen
Eines der gefundenen Wrackteile. (Foto: Muzeum Obrony Wybrzeża w Świnoujściu)

In einem Waldgebiet im Nordwesten Polens hat die zufällige Entdeckung eines Anwohners zur Identifizierung einer potenziellen Absturzstelle eines alliierten Flugzeugs aus dem Zweiten Weltkrieg geführt. Der Fund bei Świnoujście umfasst zahlreiche Aluminiumfragmente und Munition, die auf einen gewaltsamen Absturz hindeuten.

Konkret: Ein Anwohner entdeckte beim Sammeln von Waldbeeren eine auffällige Vertiefung im Boden. In diesem Bereich lagen dutzende Metallteile sowie durch Hitze beschädigte Munition verstreut an der Oberfläche.

Der Finder übergab ein loses Fragment an das Museum für Küstenverteidigung, woraufhin Experten mit der Untersuchung des Materials begannen. Erste Inspektionen ergaben, dass es sich bei den dünnen Aluminiumblechen und Nieten eindeutig um Flugzeugbauteile handelt.

Technische Details weisen auf britische Herkunft hin

Besonders aufschlussreich war die am Fundort entdeckte Munition, bei der es sich vermutlich um britische Patronen des Kalibers .303 handelt. Dieses Kaliber wurde während des Krieges standardmäßig in den Browning-Maschinengewehren der britischen Luftwaffe verwendet.

Bei der Reinigung der Fundstücke entdeckten die Forscher zudem einen alphanumerischen Code auf einem Kupferrohr. Wie das Online-Magazin Archaeology News berichtet, lässt sich diese Kennzeichnung technischen Unterlagen der Royal Air Force zuordnen.

Die Markierungen deuten auf nahtlose Kupferleitungen hin, die in Systemen für Kraftstoff oder Öl verbaut waren. Zudem scheint das Rohr ein spezielles Hochdruck-Verbindungsteil zu besitzen, das typischerweise in Flugzeugen mit Rolls-Royce Merlin-Motoren zum Einsatz kam.

Mögliche Identifizierung und Schutz der Fundstelle

Aufgrund dieser technischen Merkmale kommen Flugzeugtypen wie der schwere Bomber Avro Lancaster oder die de Havilland Mosquito in die engere Auswahl. Eine endgültige Bestätigung der exakten Maschine steht zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch aus.

Die Museumsmitarbeiter warnen eindringlich vor unbefugten Grabungen an der geschichtsträchtigen Stelle im Wald. Es besteht die Möglichkeit, dass unter dem Waldboden noch sterbliche Überreste der Besatzung liegen, was den Ort zu einem potenziellen Kriegsgrab macht.

Die zuständigen Behörden für Denkmalpflege und Forsten wurden bereits über den Fund in Kenntnis gesetzt. Zukünftige Untersuchungen müssen unter strengen archäologischen und forensischen Auflagen erfolgen, um die historische Bedeutung des Ortes zu wahren.

Während der letzten Kriegsjahre überflogen alliierte Verbände häufig die Region um Świnoujście, um strategische Ziele an der Ostseeküste anzugreifen. Historische Aufzeichnungen belegen mehrere Abstürze in diesem Gebiet, das damals massiv durch Flugabwehr geschützt wurde.

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