Keine Hinweise auf politischen Hintergrund

Festnahme nach Tod von rechtspopulistischer Politikerin Ann Widdecombe

Ann Widdecombe
Die Rechstpopulistin Ann Widdecombe ist mutmaßlich einem Mord zum Opfer gefallen. Politischer Hintergund der Tat wird ausgeschlossen. (Archivbild: © Mazur / catholicchurch.org.uk)

Die britische Polizei hat im Zusammenhang mit dem Tod der ehemaligen Ministerin Ann Widdecombe einen 28-jährigen Mann festgenommen. Der Verdächtige wurde in der Grafschaft South Yorkshire in Gewahrsam genommen, nachdem die 78-Jährige mit schweren Verletzungen in ihrem Haus aufgefunden worden war.

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass sich der Angriff bereits am vergangenen Mittwoch ereignete. Rettungskräfte entdeckten den leblosen Körper der Politikerin in der Ortschaft Haytor jedoch erst einen Tag später.

Keine Hinweise auf politischen Hintergrund

Die Polizei betonte in einer offiziellen Stellungnahme, dass es bislang keine Anzeichen für ein politisches Motiv oder einen terroristischen Hintergrund gibt. Obwohl Experten für Terrorismusbekämpfung konsultiert wurden, liegt die Federführung der Untersuchung weiterhin bei der lokalen Kriminalpolizei.

Zuvor war ein 26-jähriger Mann vorübergehend festgenommen worden, der etwa 15 Kilometer vom Tatort entfernt in Newton Abbot aufgegriffen wurde. Dieser Mann wurde jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt und gilt nicht mehr als Teil der laufenden Ermittlungen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, schreitet die Untersuchung laut Stellvertretendem Polizeichef Matt Longman mit erheblichem Tempo voran. Die Beamten konzentrieren sich nun darauf, alle verfügbaren Beweise gründlich auszuwerten.

Nachruf auf eine erzkonservative Politikerin

Ann Widdecombe war über Jahrzehnte eine prägende Figur der britischen Politik und bekannt für ihre strikt konservativen Ansichten. Sie diente unter Premierminister John Major als Staatssekretärin und trat später als Sprecherin für die rechtpopulistische Partei Reform UK von Nigel Farage auf.

Farage würdigte die Verstorbene als eine außergewöhnliche Frau, die stets für ihre tiefen Überzeugungen gekämpft habe. „Sie stand auf und kämpfte für das, woran sie glaubte – eine gläubige Christin mit starken gesellschaftspolitisch konservativen Ansichten“, sagte Farage in einer Videobotschaft.

  • Die Tat ereignete sich mutmaßlich am Mittwoch um 12:30 Uhr deutscher Zeit.
  • Der festgenommene Verdächtige ist ein britischer Staatsbürger.
  • Widdecombe war eine prominente Gegnerin der Frauenordination und der Abtreibung.

Der aktuelle Fall weckt in Großbritannien Erinnerungen an vergangene Angriffe auf Parlamentsmitglieder. In den letzten zehn Jahren wurden bereits die Labour-Abgeordnete Jo Cox sowie der Konservative David Amess Opfer von Gewalttaten.

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