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Kritik von Passagieren und einem Umweltschutzverband

Vy will die Zahl der täglichen Abfahrten zwischen Oslo und Bergen reduzieren

Vy – das größte Verkehrsunternehmen Norwegens – will die Zahl der täglichen Abfahrten zwischen den beiden größten Städten Norwegens von sechs auf vier reduzieren. – Das Gegenteil von dem, was gebraucht werde, sagen Kritiker.

Vy Norwegen Zugverbindung
„Schnell noch den letzten Zug erwischen, danach kommt vielleicht keiner mehr.“ Das staatliche Bahnunternehmen Vy will die Zahl der täglichen Abfahrten zwischen Oslo und Bergen um ein Drittel reduzieren. (Foto: Mads Kristiansen/Vy)
Vy begründet die Kürzung mit einem Mangel an Passagieren nach dem Sommer, schreibt der Norwegische Rundfunk (NRK). Die Reisegewohnheiten der Passagiere hätten sich während der Pandemie geändert und sich noch nicht stabilisiert, so das Unternehmen.

„Wir gehen davon aus, dass wir allmählich wieder das Niveau erreichen, das wir vor der Pandemie hatten, aber die Passagierzahlen sind noch nicht so hoch“, erklärte der Kommunikationsmanager von Vy, Åge-Christoffer Lundeby.

Die Anzahl der Abfahrten hängt von Vy und der norwegischen Eisenbahndirektion ab, die im August und September verhandeln werden.

Kritik an den Kürzungsplänen von Vy

„Das ist das Gegenteil von dem, was wir brauchen. Jetzt muss der Flugverkehr reduziert werden, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern“, sagte Holger Schlaupitz, Leiter der norwegischen Gesellschaft für Naturschutz (Naturvernforbundet), zu den möglichen Kürzungen.

Er weist darauf hin, dass sowohl die Flughäfen Oslo als auch Bergen trotz der Pandemie viele Reisende haben. 2021 reisten knapp 2 Millionen Menschen mit dem Flugzeug zwischen den beiden Städten.

Schlaupitz sieht darin ein Zeichen dafür, dass nicht weniger, sondern mehr Zugabfahrten gebraucht werden.

„Es ist tatsächlich an der Zeit, dass Vy investiert und versucht, die Passagiere, die möglicherweise auf dem Weg zum Flugzeug sind, in den Zug zu bringen“, sagt Schlaupitz.

Auch die regelmäßige Passagiere ärgern sich darüber, dass es weniger Abfahrten geben soll, weiß NRK zu berichten.

„Davon halte ich nichts. Ich denke, wir sollten die Abfahrten behalten, die wir heute haben“, sagt Åge Andersen.

Er lebt in Hønefoss und nutzt fleißig den Zug von und nach Austlandet und anderen Orten, schreibt der norwegische Rundfunk.

Der 65-Jährige ist blind, und der Zug ist das beste Fortbewegungsmittel für längere Strecken in Norwegen.

„Züge sind umweltfreundlich. Außerdem kann man im Café-Wagen etwas Kleines kaufen, den Sitz zurückstellen und sich ausruhen“, sagt Andersen.

Auch die Eisenbahndirektion für eine Reduzierung der Abfahrten

Die norwegische Eisenbahndirektion, die mit Vy im August und September über die Verkehrsversorgung verhandeln wird, sagt, dass sie das Angebot nicht hoch halten kann, solange der Markt dies nicht verlangt.

„Im Moment denke ich, dass es richtig ist, auf vier Abfahrten runter zu gehen“, sagt Kommunikationsdirektorin in der norwegischen Eisenbahndirektion, Ruth Høyland Jønsrud, gegenüber NRK.

Zwischen Oslo und Bergen gibt es täglich durchschnittlich 18 Fahrten. Damit ist diese Strecke eine der verkehrsreichsten in Europa.

Über Vy

Vy betreibt die meisten Züge auf den Eisenbahnstrecken des Landes sowie Regionalzüge in Schweden und auch Fernbusse in Norwegen und Schweden.

Das Unternehmen befindet sich im Besitz des norwegischen Staates und untersteht in direkter Weise dem Verkehrsministerium. Bis zum Jahr 2019 nannte sich die Verkehrsgesellschaft NSB (Norges Statsbaner, d.h. Norwegische Staatsbahnen), sie wurde dann in Vygruppen AS umfirmiert, kurz Vy.

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