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Archäologischer Fund

Lofoten: Archäologen finden gut erhaltenes Skelett aus der Eisenzeit

Auf den Lofoten, einer norwegischen Inselgruppe, haben Archäologen ein bemerkenswert gut erhaltenes Skelett gefunden. Es stammt vermutlich aus der jüngeren Eisenzeit, genauer gesagt, Merowingerzeit, 550–800 n. Chr.

Lofoten Skelett Eisenzeit
Der Oberkörper aus der Merowingerzeit ist vollständig intakt und liegt noch immer so, wie er ursprünglich vor etwa 1200 Jahren ins Grab gelegt wurde. (Foto: Anja Roth Niemi / Norges arktiske universitetsmuseum)
Ob Mann war oder Frau, ist noch nicht bekannt. Festzustehen scheint jedoch, dass es keine Person von Rang war. Dafür fehlen in der Grabstätte die sonst üblichen Status-Insignien. Kein Schmuck, keine Waffenansammlung. Nur eine einfache Axt wurde gefunden – wahrscheinlich die eines Bauern.

„Die Person war eindeutig kein höher gestelltes Mitglied der Gesellschaft“, teilte die Projektleitung vom Arktischen Universitätsmuseum mit. „Das Individuum scheint eine Axt besessen zu haben. Und nicht viel mehr als das.“

Fundort der Grabstätte ist laut einem Bericht der Website nrk.no die Insel Gimsøya, wo das Forscherteam zunächst auf Oberschenkel- und Hüftknochen stieß. Bei Folgearbeiten konnte dann zum Erstaunen der Archäologen ein fast völlig unversehrtes Oberkörperskelett geborgen werden.

Archäologischer Fund Norwegen
Unter anderem wurde ein fast 50 Zentimeter langer Femur gefunden. Die Annahme der Archäologen, dass sich an dieser Stelle ein komplettes eisenzeitliches Skelett befinde, hat sich bewahrheitet. (Foto: Nordland fylkeskommune)
„Der Oberkörper ist weder durch Bodenbearbeitungen noch durch andere menschliche Aktivitäten beschädigt worden. Das ist absolut erstaunlich“, teilte die Leiterin der Ausgrabung mit.

Auf Gimsøya sind bereits mehrere Entdeckungen gemacht worden, teils von großer kultureller Bedeutung. Daher sind die Behörden angehalten, Böden vor Baumaßnahmen archäologisch absichern zu lassen.

Grab Lofoten
Grab mit Aussicht. (Foto: Anja Roth Niemi / Norges arktiske universitetsmuseum)
In diesem Fall sollte ein neuer Campingplatz entstehen. Also begannen Archäologen – abermals mit Erfolg – das Bauareal zu untersuchen.

Wie eng Pech und Glück in archäologischer Hinsicht oft zusammenliegen, zeigt auch dieser Fund, neben dem Spuren von Pflugarbeiten gefunden wurden – keine 20 Zentimeter vom Schädel entfernt.

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sh

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