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Kosten vergesellschaften

Fluggesellschaften bitten Steuerzahler um Hilfe bei der Finanzierung von Emissionssenkungen

SAS und Norwegian haben versprochen, ihre Klimaemissionen bis 2030 um bis zu 45 Prozent zu senken. Jetzt sagen beide, dass es zu teuer sein werde, dies allein zu bezahlen.

Sie wollen nun, dass sich der Steuerzahler an den Kosten betreiligt.

SAS
SAS Norwegen ist der Ansicht, dass staatliche Mittel in Milliardenhöhe erforderlich seien, um die Produktion und den Kauf von nachhaltigem Flugbenzin anzukurbeln. (Foto: atimedia)
Laut der Zeitung Dagens Næringsliv (DN) haben die beiden Unternehmen versprochen, bis zum Jahr 2030 bis zu 45 Prozent der Klimaemissionen einzusparen.

„Wir müssen die Regierung mit ins Boot holen. Sonst wird es nicht funktionieren“, sagte Kjetil Håbjørg, der norwegische Geschäftsführer von SAS.

Er ist auch der Meinung, dass Sondersteuern zur Finanzierung der Produktion und des Kaufs nachhaltiger Kraftstoffe eingesetzt werden sollten, und der Geschäftsführer von Norwegian Airlines Geir Karlsen stimmt ihm zu.

Mehrere der Klimaziele wurden zu einem Zeitpunkt festgelegt, als die skandinavischen Staaten während der Pandemie Milliarden an Steuergeldern bereitstellten – insbesondere um das Überleben der beiden größten Akteure des Flugverkehrs in Skandinavien zu sichern.

Die Branche argumentiert unter anderem damit, dass die öffentlichen Luftverkehrssteuern während und nach der Pandemie in die Höhe geschnellt seien, und die Interessenvertreter sind der Meinung, dass das Geld verwendet werden müsse, um die Produktion von nachhaltigen Kraftstoffen anzukurbeln.

„Die schrittweise Einführung nachhaltiger Kraftstoffe ist unerlässlich, um die kurzfristigen Ziele für 2030 zu erreichen. Und unsere Ziele sind sehr ehrgeizig“, sagt Håbjørg.

Biokraftstoffe viermal so viel wie normales Flugbenzin

DN schrieb kürzlich, dass die Fluggesellschaften eine „besorgte Botschaft“ an die Regierung gesandt haben und es für falsch halten, dass sowohl die CO2- als auch die Fluggaststeuer dazu dienen, Löcher im Staatshaushalt zu stopfen – und nicht für Klimamaßnahmen.

„Wir sind bereit, international mit gutem Beispiel voranzugehen, aber dann muss die Regierung auch sagen, dass die speziellen norwegischen Steuerabgaben zur Finanzierung der Produktion und des Kaufs nachhaltiger Kraftstoffe verwendet werden sollten“, so Håbjørg.

Heute kosten sowohl Biokraftstoffe schätzungsweise viermal so viel wie normales Flugbenzin.

„Dies ist für die Fluggesellschaften allein nicht machbar, zum einen, weil es zu teuer ist, und zum anderen, weil der Kraftstoff heute nicht in großen Mengen verfügbar ist“, sagt Håbjørg.

Diese Woche war Håbjørg auf der Luftfahrtkonferenz in Bodø anwesend, und die Klimaziele waren das Hauptthema der Gespräche, schreibt DN.

Der Vorstandsvorsitzende von Norwegian Geir Karlsen war auf der Bühne und hatte vorgerechnet, dass es noch etwa 2440 Tage bis zum Jahr 2030 seien.

„Wenn wir uns ansehen, in welchem Umfang die Produktion nachhaltiger Kraftstoffe bis dahin anlaufen muss, liegen wir bereits hinter dem Zeitplan zurück“, sagte Karlsen auf dem Podium.

Verkehrsminister Jon-Ivar Nygård wies darauf hin, dass viele Branchen Steuern zur Finanzierung von Klimamaßnahmen benötigen könnten.

„Wir haben bereits Klimapartnerschaften für drei andere Branchen in Norwegen geschlossen, also müssen wir prüfen, ob dies auch für die Luftfahrt relevant ist“, sagte er gegenüber DN.

Unser Geographie-Quiz: Norwegen und seine Landschaft

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