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Mischt der Kreml mit?

Litauen in Sorge über Situation in Weißrussland

Der litauische Außenminister Linas Linkevicius hat sich in einem Interview mit dem Sender Sky News mit großer Besorgnis zur Situation im benachbarten Weißrussland geäußert.

Proteste in Weißrussland
Proteste gegen die Weißrussische Regierung dauern an.
(Foto: Nascha Niwa nn.by/via Twitter @Exen)
Denn das Land wird seit Tagen von Demonstrationen gegen Machthaber Alexander Lukaschenko erschüttert, die in Teilen von der Polizei niedergeknüppelt wurden. Zudem gab es Tausende willkürlicher Festnahmen.

Grund für den Aufruhr ist die Wiederwahl Lukaschenkos vor anderthalb Wochen, die von vielen Wählern in Belarus offen als manipuliert und damit ungültig angesehen wird.

Die Sorge Litauens greift jedoch weiter, da Linkevicius im Interview anspricht, dass er ein Eingreifen russischer Truppen zur Schlichtung der Situation in Belarus für möglich und zugleich fatal hält.

Pikant ist die Situation für Litauen auch deshalb, weil ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung russischer oder weißrussischer Abstammung ist. Zehntausende der etwa 2,8 Millionen Einwohner Litauens haben ihre Wurzeln in einem der beiden Länder.

Sky News Beitrag

Daher sieht Linkevicius die Gefahr einer Ausweitung der Unruhen auf sein eigenes Land als real an, sollte Russland in Belarus intervenieren.

Hinzu kommt, dass sich Lukaschenkos Herausforderin Swetlana Tichanowskaja seit Tagen in Litauen im Exil befindet, von wo aus sie ihren Führungsanspruch im Rahmen einer Videobotschaft nochmals untermauert hat.

„Wir sind sehr besorgt“, sagte Linkevicius gegenüber Sky News. Er hoffe, dass die Krise in Belarus friedlich zu lösen sei, fügte er hinzu. „Etwas anderes wäre verrückt, aber ich kann das derzeit leider nicht ausschließen.“

Es sei daher wichtig, so Linkevicius weiter, das Thema Weißrussland bei der EU oben auf die Tagesordnung zu setzen. Dazu bietet sich eine Videokonferenz der EU-Regierungschefs an, die an diesem Mittwoch stattfinden wird.

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Angesichts der verfahrenen Situation sollte der eindringliche Appell des litauischen Außenministers hierbei nicht unerhört bleiben.

sh

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