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Aktion gegen Corona

Wird gut gemeintes Konzert gegen das Alleinsein zum Superspreader?

Am vergangenen Samstag fand im Pub Prikið in der Innenstadt von Reykjavík unter dem Motto „Create a Life in Closure“ (sozusagen mit Musik durch die Abschottung) ein Fensterkonzert statt.

Konzert gegen Corona
Auður, einer der populärsten Musiker Islands im Fenster-Konzert des Cafes und Kneipe Prikið in Reykjavík. (Quelle: Prikið Kaffihús)
Doch was als gute Aktion gegen Corona und die damit einhergehenden sozialen Trostlosigkeiten gemeint war, könnte laut The Reykjavík Grapevine nun sogar zu einem echten Problem werden.

Denn leider war die Menschenansammlung vor der Kneipe derart groß, dass die örtlichen Behörden Sorge haben, das Event könnte sich im Nachhinein als Corona-Superspreader erweisen. Die Menschen sollen dicht an dicht gestanden haben, viele ohne Mund-Nasen-Schutz.

Isländischen Epidemiologen verschlug es jedenfalls die Sprache. Sie hoffen nun, dass der Bumerang in gut einer Woche nicht in Form einer neuen Corona-Welle zurückkommt.

Stellvertretend mahnte der isländische Facharzt Þórólfur Guðnason in einem Interview zu absoluter Vorsicht und vor allem warnte er vor jedweder Menschenansammlung – ob drinnen oder draußen. „Derzeit ist alles riskant. Gerade dann, wenn man keine Maske trägt“, sagte er.

Bleibt die Frage, wie es zu diesem möglicherweise infektiösen Fauxpas kommen konnte. Die Behörden hatten dem Konzert im Vorfeld sogar zugestimmt, alles war legitim.

Aber die mit der Erlaubnis verbundenen Auflagen zum Abstandhalten und Mundschutztragen wurden dann nicht konsequent verfolgt. Es schritt scheinbar auch niemand ein, als das Gedränge vor der Bar immer größer wurde. Tja.

Das Management der Bar hat nun versichert, bei einer möglichen Neuauflage des Konzerts die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen. Dazu solle dann auch das Verteilen von Schutzmasken gehören.

Wir halten dagegen: Sollte das Konzert tatsächlich Ursprung einer neuen Corona-Welle werden, hätten die Organisatoren womöglich ganz andere Probleme.

sh

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