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„Die Entscheidung basiert auf keiner Lüge“

Vorübergehendes Walfangverbot in Island – „Verbotspartei“-Vorwürfe an Ministerin

Die Emotionen kochten hoch beim Treffen der Akranes-Gewerkschaft mit der isländischen Lebensmittelministerin Svandís Svavarsdóttir vergangene Woche. Es ging um das Verbot des Finnwalfangs bis zum 31. August. Die Ministerin ertrug die Wut der Walfänger und beharrte auf ihrer Entscheidung.

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Leider keine Ausnahme: Viele Harpunen führen nicht zum sofortigen Tod oder „zünden“ nicht, was zu langen und fürchterlichen Qualen führen kann. Auf Grundlage des Tierschutzgesetzes wurde der Walfang in Island vorübergehend ausgesetzt. (Foto: Arne Feuerhahn / hardtoport.org)
Svavarsdóttir konnte beim Treffen der beiden Konfliktparteien kaum den Mund aufmachen, ohne von den Zuschauern ausgepfiffen zu werden, schreibt das Nachrichtenportal MBL.is.

Geld der Menschen oder Schutz der Meere?

Vilhjálmur Birgisson, der Geschäftsführer der Gewerkschaft, richtete zu Beginn der Sitzung einige scharfe Worte an Svavarsdottir, so MBL.is, indem er darauf verwies, dass ihre Entscheidung viele Menschen betreffe, die 1,2 Mrd. ISK (8,1 Mio Euro) an Löhnen und Gehältern verlieren würden, ganz zu schweigen von den lohnbezogenen Steuern für die Regierung.

Er behauptete, es sei sicher, dass die Walfanggesellschaft Hvalur hf. die Regierung wegen dieses Verbots verklagen werde, und das Ergebnis des Gerichtsverfahrens werde sein, dass das Verbot gesetzeswidrig erfolgt sei.

Svavarsdóttir entgegnete, ihre Entscheidung richte sich nicht gegen die Arbeiter von Hvalur hf., sondern basiere auf der Analyse einer Gruppe von Fachleuten, die ein ernstes Bild von der Situation des Finnwalfangs in Island zeichneten. Sie sagte, dass ihre Entscheidung nicht auf einer „Meinung“, sondern auf Fakten beruhe.

Der Fachbeirat für Tierschutz bei der Behörde für Lebensmittelstandards (MAST) hat vor kurzem das Fazit eines Gutachtens vorgelegt, in dem festgestellt wird, dass die Fangmethoden für Großwale nicht mit den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes vereinbar sind. Die Ministerin hatte daher die Entscheidung getroffen, die Jagd auf Finnwale bis zum 31. August auszusetzen.

Die Ministerin wolle sicherstellen, „dass die Jagd im Einklang mit den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes durchgeführt wird“, sagte sie laut Angaben von MBL.is.

Auswirkungen auf 150 Arbeitnehmer

Svavarsdóttir hat wegen dieser Entscheidung viel Kritik vom isländischen Fischereiverband (SFS) geerntet.

Die Organisation der Fischereiunternehmen sagt, dass diese Entscheidung Auswirkungen auf 150 Arbeitnehmer haben werde, die von der Finnwalfangsaison in diesem Sommer abhängig waren und nun ohne Arbeit und Perspektive dastünden.

„Die Regierung muss sich bei wichtigen Entscheidungen über die Nutzung von Ressourcen und die Fischerei in Island wie bisher auf wissenschaftliche und rechtliche Grundlagen stützen und ihre eigenen Gefühle und kurzfristigen politischen Interessen zurückstellen“, heißt es in der Mitteilung des Verbandes.

Damit unterstellt der isländische Fischereiverband der Ministerin, emotional und aus eigenem politischen Interesse zu handeln. Was die Politikerin scharf von sich weist.

„Die Entscheidung basiert auf keiner Lüge, sondern auf den verfügbaren Daten -, damit ist klar, dass es allen Grund gibt, zu handeln“, so die Ministerin.

Sie erwähnt auch, dass es ihr als Ministerin auf der Grundlage der Walfanggesetze und der Tierschutzgesetze erlaubt sei, eine Reihe von Fragen zu den Bedingungen des Walfangs zu prüfen.

„Innerhalb dieses Rahmens reagieren wir.“

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