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„Sinkende Nachfrage, kaum Wirtschaftlichkeit“

Island: Nach 2024 soll endgültig Schluss sein mit kommerziellem Walfang

Derzeit sind Island, Norwegen und Japan die weltweit einzigen Länder, in denen die kommerzielle Jagd von Walen noch erlaubt ist. Trotz anhaltender Kritik von Tier- und Umweltschützern, trotz schrumpfender Nachfrage und trotz sich häufender Berichte über stark schadstoffbelastetes Walfleisch.

walfang island
Es sieht so aus, dass der Wal rund um Island bald einfach nur Wal sein darf. (Foto: Jon Eckert)

Laut Euronews schickt sich Island nun an, den „hauseigenen“ Walfang schon bald nicht mehr erlauben zu wollen. „Es gibt nur noch wenige Gründe, die Jagd über 2024 hinaus zu genehmigen“, sagte unter der Woche Fischereiministerin Svandís Svavarsdóttir. Das nennt sich dann wohl amtlich.

Hauptgrund für die im Raum stehende Vollbremsung ist sicherlich die drastisch zurückgegangene Nachfrage nach isländischem Walfleisch, seit Hauptabnehmer Japan 2019 nach rund drei Jahrzehnten Pause wieder selbst zur Harpune greift.

Zudem stellt sich in Island schon länger die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Es gibt ausgedehnte Fangverbotszonen in Küstennähe. Die daraus resultierenden Fahrten weit hinaus in den Atlantik haben die Preise hochschnellen lassen bzw. dem Geschäft jeglichen Komfort genommen.

Island erreicht Fangquoten schon seit Jahren nicht mehr – Geschäft zu unwirtschaftlich

In der Folge erreiche Island die ihm zugestandenen Fangquoten schon seit Jahren nicht mehr, berichtet Euronews. „Es gibt kaum mehr Beweise für einen wirtschaftlichen Vorteil der Fangtätigkeit“, bilanziert Svavarsdóttir.

Kurzum: Das Ende dieser Ära ist längst eingeläutet. Übrigens auch in Norwegen, wo 2021 weniger als die Hälfte der genehmigten Quote gefangen wurde. Hier wie in Island ziehen immer mehr Anbieter ihre Boote aus dem Wettkampf mit der schwindenden Konkurrenz ab.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: In Island sind Wale in den letzten Jahren zu sprichwörtlich großen Stars eines florierenden Tourismusmarktes geworden – des Whalewatchings.

2019 etwa, also unmittelbar vor der Pandemie, nahmen in Island weit über 350.000 Personen an einer solchen Walbeobachtung teil. Gemessen an rund 2 Millionen Touristen insgesamt also ein erheblicher Anteil. Und noch ein Grund mehr, die wunderbaren Tiere einfach mal leben zu lassen.

Unser QUIZ zum Thema ISLAND

sh

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