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Wiederaufforstung startet

Island aktuell nur zu 2 % bewaldet – einst waren es bis zu 40 %

Island ist wahrlich nicht bekannt für seine tiefen Wälder, es gibt sie schlichtweg nicht. Das Gesicht der Atlantikinsel prägen stattdessen Gräser und Moose. Dazu Fels, Wasser und Eis, was Island im Paket jenen unnachahmlichen Backpacker-Reiz verleiht. So weit, so bekannt.

wald island aufforstung
Optisch kommt Island ganz prima ohne Wälder aus. Dennoch ist die Forstwirtschaft am Drücker, wie es scheint. Bis 2040 soll kräftig aufgeforstet werden. (Foto: Free-Photos)
Aber Island konnte auch mal anders, was schnell in Vergessenheit gerät. So waren im 9. Jahrhundert, als sich die ersten Menschen auf der Insel niederließen, noch sage und schreibe 30 bis 40 Prozent der Landmasse bewaldet. Riesige Flächen müssen das gewesen sein.

Das meiste davon wurde in der Folge gerodet, um mehr und mehr Platz für die Viehwirtschaft zu erhalten. Vor allem Schafe und Rinder waren es, deren Beweidung das Nachwachsen der Wälder quasi im Keim erstickte.

Laut einem Artikel auf Iceland Review liegt der Waldanteil Islands heute bei nur noch 2 Prozent. Ein Bruchteil dessen also, was einst vorhanden war. Zum Vergleich: Trotz stetig schlechter werdender Vorzeichen sind immer noch rund 10 Prozent der Insel mit Gletschereis bedeckt.

Aber: Zuletzt ist Bewegung in die isländische Forstwirtschaft gekommen, was vor allem daran liegt, dass der Bedarf an hiesigem Holz deutlich gestiegen ist. Denn schließlich hat die Insel eine erste Welle der Wiederaufforstung bereits hinter sich.

Um 1950 war das, was zuletzt für ordentliche Erträge gesorgt haben soll. Wer forstwirtschaftlich kalkuliert, denkt verständlicherweise nicht in Monaten und Jahren, sondern eher in Dekaden, bis die „Ernte“ eingefahren werden kann.

Nun soll es weitergehen mit der Bewaldung Islands, haben Mitarbeiter der Forstbehörde angekündigt. Von einer Verdopplung der Waldflächen bis etwa 2040 ist die Rede. Das wären dann rund 4 Prozent der Insel, was gemessen an der grauen Vorzeit natürlich immer noch wenig ist.

Und dennoch scheint die Wiederaufforstung Islands nicht in jedermanns Sinne zu sein, wie Iceland Review schreibt. Das Ganze sei ein emotionales Thema, bedingt dadurch, dass die Isländer (und auch die Touristen) die Landschaft genauso lieben, wie sie derzeit aussieht.

Eine Revolution wird in Island jedoch nicht ausbrechen. Denn jedem dürfte klar sein, dass selbst bei einer 1zu1-Realisierung der ambitionierten Aufforstungspläne bis 2040 noch eine Menge Wege am isländischen Wald vorbeiführen.

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sh

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