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Briten links liegen gelassen

Irland: Fährgesellschaften umschiffen Brexit mit neuen Routen nach Festlandeuropa

Es ist schon bemerkenswert, wie sich der Handel immer neue Wege sucht, um ans Ziel zu kommen. Bis zum Brexit beispielsweise galt für Speditionsunternehmen auf der Route von Festlandeuropa nach Irland eine Zwischenlandung in England als gesetzt. Landweg – Fährfahrt – Landweg – Fährfahrt – Ziel, um es kurz zu machen.

Fähre Irland
Der Verkehr zwischen Festlandeuropa und Irland hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfacht. (Foto: Viktor Forgacs)
Seit dem Brexit sieht die Sache hingegen deutlich anders aus. Denn nun regiert zwischen UK und der EU der Papierkram, was zuletzt immer wieder mahnende Bilder von kilometerlangen LKW-Schlangen produzierte. Für den eng getakteten Warenhandel ein absolutes No-Go.

Als Alternative zum unattraktiv gewordenen Weg über England etablieren sich daher nun quasi im Wochentakt neue Direktverbindungen von Irland nach Frankreich. Also Landweg – Fährfahrt – Ziel, wobei der Seeweg natürlich erheblich länger geworden ist. Aber was tut man nicht alles, um lästiger Bürokratie zu entfliehen?

In der Konsequenz hat sich die Zahl der Verbindungen von und nach Rosselare, dem Festlandeuropa nächstgelegenen Hafen Irlands, im Vergleich zu 2020 schon jetzt mehr als vervierfacht.

Hier ein paar Beispiele, die The Local France zusammengetragen hat: Anfang Februar eröffnete Brittany Ferries zusätzliche Routen von Irland nach Frankreich und retour. Einerseits geht es seither von Cork nach Roscoff und andererseits von Rosselare nach Cherbourg.

Dann hat kürzlich Stena Line zu Testzwecken eine neue Wochenendverbindung von Dublin nach Cherbourg eröffnet. Auch hier der Grund: die stark gestiegene Nachfrage.

Und selbst aus dem Mittelmeer werden gerade Fähren abgezogen, die wegen Corona nicht im Einsatz sind und nun mithelfen sollen, den Warenhandel zwischen Irland und dem Rest der EU unbürokratisch zu managen.


„Es gibt jetzt fast vierzig wöchentliche Direktverbindungen zwischen Irland und Frankreich, um den EU-Binnenmarkt per Fähre aufrechtzuerhalten“, teilte kürzlich die irische Botschaft in Frankreich mit. Der Verkehr, er rollt und segelt – nun jedoch an England vorbei.

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sh

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