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„Russisch-Roulette mit der Natur!“

Finnland: Zwei neu entdeckte Fischarten erzürnen die Fachleute

Im Südwesten von Finnland sind zwei neue Fischarten gefunden worden, was zunächst ja eher beschaulich klingt. Im Kern aber hat die Sache es in sich, wie YLE.fi berichtet.

Bitterling in Finnland entdeckt
Der Bitterling, Rhodeus sericeus amarus, ist ein Karpfenfisch, dessen natürliches Habitat normalerweise das nördliche Schwarzmeer ist. (Foto: Sergey Yeliseev, CC BY-NC-ND 2.0)
Grund dafür ist, dass die Fische möglicherweise schädlich sind und illegal ins Land gebracht wurden. Das jedenfalls mutmaßt das Natural Resources Institute (LUKE), zu dessen Aufgabe es gehört, die Dinge richtig einzuordnen.

Am Donnerstag teilte das Institut mit, um welche Fischarten es sich handelt: einmal um die Nase (Chondrostoma nasus), die normalerweise in mitteleuropäischen Flüssen schwimmt – und einmal um den Europäischen Bitterling (Rhodeus amarus), der sich ursprünglich dem Schwarzen Meer zuordnen lässt.

Was aber ist genau das Problem, das der Fund beider Arten mit sich bringen könnte? Dazu sagte Lauri Urho, leitender Wissenschaftler bei LUKE: „Es ist bekannt, dass Nasen-Fische einen Leberegel in sich tragen. Also einen Parasiten, der über Zwischenwirte wie Vögel auch in andere Gewässer gelangen und schließlich den Menschen befallen kann.“

Ähnlich ist die Sache bei Bitterlingen, sagt Urho. Auch sie könnten Krankheiten übertragen. Daher seien der Import und das Aussetzen nicht einheimischer Fischarten ohne fachmännische Überwachung im Grunde nichts anderes russisches Roulette mit der finnischen Natur, so der Experte.

Laut YLE.fi sind in den letzten 30 Jahren in Finnland 10 neue Fischarten entdeckt worden. Neun davon waren gebietsfremd und sind durch menschlichen Leichtsinn in die Gewässer des Landes gelangt.

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sh

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