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Neue Studie

Finnland: Kernkraftwerk „schluckt“ jährlich über 40 Tonnen Fisch

Über die Kernkraft ist so gut wie alles gesagt? Noch nicht ganz, denn rund um das AKW Olkiluoto in Eurajoki an der Südwestküste Finnlands ist im vergangenen Jahr eine Studie entstanden, die mal einen ganz anderen Fokus hat.

Kernkraftwerk Olkiluoto
Das Kernkraftwerk Olkiluoto vernichtet 27,6 Millionen Fische im Jahr. (Foto: Kallerna)
Im Zentrum der Untersuchungen stand nämlich, was der Betrieb einer solchen Anlage für den lokalen Fischbestand bedeuten kann. Um das herauszufinden, haben Wissenschaftler Fischproben aus den Spülkanälen der Meerwasserpumpwerke aller drei AKW-Blöcke entnommen.

Zur Erläuterung: In solchen Kanälen sammeln sich alle organischen Stoffe, die mit dem dringend benötigten Kühlwasser zugeführt werden. Dazu gehören neben Fischen auch Algen, Muscheln, Wasserpflanzen und vieles mehr.

Dem Bericht zufolge wurde die Gesamtzahl der Fische, die während des Überwachungszeitraums von etwas mehr als einem Jahr angesaugt wurden, auf rund 27,6 Millionen geschätzt. Das geschätzte Gesamtgewicht der Fische betrug etwa 42,4 Tonnen. Unglaubliche Dimensionen also.

Eine ähnliche Untersuchung wurde zuletzt im Jahr 2010 durchgeführt

„Die Zahl ist natürlich riesig, aber insgesamt handelt es sich um sehr kleine Fische“, bewertete Fischereiökonomin Ilkka Tammela das Ergebnis. Den Untersuchungsergebnissen zufolge wogen 95 Prozent der Fische, die ins Kühlwasser gelangten, drei Gramm oder weniger.

Davon wurden 87 Prozent als nicht wirtschaftlich relevant eingestuft. Vor allem waren es verschiedene Arten von Stichlingen, die in die gewaltigen Pumpwerke der Reaktorblöcke angesaugt wurden und dort verendeten.

Eine ähnliche Untersuchung wurde zuletzt im Jahr 2010 durchgeführt. Die neue Studie wurde nach der Fertigstellung des dritten Reaktorblocks Olkiluoto 3 notwendig. Sie wird von Yle.fi zudem als wesentlich detaillierter als ihr Vorgänger beschrieben.

Ob nun wirtschaftlich relevant oder nicht: Angesichts der Ergebnisse der neuesten Untersuchung muss man wohl sagen, dass der Schutz lokaler Fischbestände und die Atomkraft so eine Sache zu sein scheinen. 40 Tonnen weniger tote Fische wären jedenfalls weitaus artgerechter.

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