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Finnische Forscher bekämpfen Rote Wurzelfäule mit Nutzhanf

Hanf gegen Pilzbefall bei Erdbeeren

Die Erdbeerernte in Finnland steht in den nächsten Wochen an, die Bauern haben jedoch die Sorge, dass eine verheerende Pilzkrankheit die Erdbeeren dezimiert. Wie das finnische Nachrichtenportal Yle berichtet, versuchen nun Forscher den Pilz mit Hanf zu bekämpfen.

Hanfplantage
Der hier angebaute Nutzhanf ist zur Erzeugung von Rausch- und Arzneimitteln ungeeignet. (Foto Aleks, wikimedia.org)

Die Rote Wurzelfäule ist ein Pilzbefall, der die Haftwurzeln von Erdbeeren zerstört und die Erde auf Jahre hinaus unbrauchbar macht. Kein Wunder, dass Erdbeerbauern in Sorge um ihre Ernte leben. Bisher sind zwar nur einige Höfe betroffen, fünf davon erst kürzlich in der Region Nordsavo, jedoch kann sich der Pilzbefall relativ schnell verbreiten.

Es sind Einzelfälle bekannt, in denen ein Bauer mehr als einen Hektar voll Erdbeeren entwurzeln musste. Ein Verlust von über 20.000 Euro. Die Pilzkrankheit verbreitet sich über Wasser oder schlicht über die Reifen von Traktoren.

Wissenschaftler der Universität Ostfinnland registrierten über 20 Fälle Roter Wurzelfäule in Nordsavo, zum ersten Mal 2012. Wurzelfäule gedeiht besonders gut unter regnerischen Bedingungen und auf feuchten Böden.

Ein Befall zerstört komplette Ernten und unterbricht den Anbau von Erdbeeren bei betroffenenen Böden für 30 Jahre.

Nun testen die Forscher die Wirkung von Hanfpflanzen auf den infizierten Böden. Sie pflanzen Nutzhanf auf betroffenen Flächen an, um sie von dem Wurzelfäule-Pilz zu befreien. Die Wurzeln des Hanfs gehen tief in den Boden hinein, machen ihn poröser und ermöglichen es auf diese Weise dem Winterfrost tiefer in die Erde einzudringen. So würde man möglicherweise den Pilz zerstören.

Die Wissenschaftler sind optimistisch, dass es klappt. Der Hanf eignet sich hervorragend als Kulturfolgepflanze. Er ist schnellwachsend und seine Fasern sind nutzbar. Es ist möglich, dass nach nur einem Jahr des Anbaus von Nutzhanf der Boden wieder bereit für Erdbeeren wäre.

Die gewonnenen Hanffasern können in der Herstellung von Karton verwendet werden. Der große Papierhersteller Finnlands, Branchenriese Stora Enso, zeigt bereits Interesse. So der Bericht von Yle.

ap

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