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Baltikum als „Stolperdraht“

Kallas: NATO-Pläne führen dazu, dass Estland „von der Landkarte getilgt“ würde

Estland würde nach den derzeitigen Plänen der NATO zur Verteidigung des Landes gegen einen russischen Angriff von der Landkarte getilgt und die Altstadt von Tallinn vollständig zerstört werden, erklärte Premierministerin Kaja Kallas am Mittwoch gegenüber der Zeitung Financial Times (FT) und anderen ausländischen Medien.

Kaja Kallas
Estlands Premier Kaja Kallas sagt, dass die bisherigen NATO-Pläne zur Verteidigung Estlands zur Zerstörung Estlands führen würden. (Archivbild: Aron Urb / EU2017EE)
Kallas sagte, die derzeitigen Verteidigungspläne des Bündisses für die baltischen Staaten sähen vor, dass diese überrannt werden, bevor sie nach 180 Tagen befreit würden.

Sie wies darauf hin, dass die russische Invasion in der Ukraine erst vor etwas mehr als 100 Tagen begonnen hat und dass die Gräueltaten der Russen in Butscha nach 80 Tagen stattfanden.

„Wenn man die Größe der Ukraine und der baltischen Länder vergleicht, würde dies die vollständige Zerstörung der Länder und unserer Kultur bedeuten“, so Kallas laut FT.

„Diejenigen von Ihnen, die in [der Hauptstadt] Tallinn waren und unsere Altstadt und die jahrhundertealte Geschichte, die es hier gibt, und die jahrhundertealte Kultur, die es hier gibt, kennen – all das würde von der Landkarte getilgt werden, einschließlich unserer Leute, unserer Nation.“

Die Premierministerin sprach im Vorfeld des NATO-Gipfels in Madrid, der am Dienstag (28. Juni) beginnt.

Estland, Lettland und Litauen legen einen gemeinsamen Vorschlag für zusätzliche Truppen und ständige Kommandozentralen in jedem Land vor, der einen Schritt über die derzeitige Enhanced Forward Presence (eFP) hinausgeht, die als „Stolperdraht“ bezeichnet wurde und einen russischen Angriff behindern soll.

Der Vorschlag muss von den NATO-Verbündeten gebilligt werden, und Estland hat sich um deren Unterstützung bemüht.

„Jetzt sieht jeder, dass dieses Konzept des Stolperdrahtes nicht wirklich funktioniert“, sagte Kallas.

Bereits im Mai definierte Kaja Kallas die Zurückdrängung Russlands aus der Ukraine als Hauptziel des eigenen Handelns.

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