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Seit 1. Januar gibt es mehr Kindergeld

Estland erhöht Familienleistungen: Ziehen noch mehr Letten nach Valga?

Vor einem Jahr hat die lettische Regierung einer deutlichen Erhöhung der staatlichen Leistungen für Familien zugestimmt. Die Höhe der Leistungen, die Familien in Lettland zur Verfügung stehen, ist jedoch immer noch niedriger als in Estland. Dies hat Folgen für die estnisch-lettische Grenzstadt Valga bzw. Valka.

Valga Valka Estland Kindergeld
Die familienfreundliche Stadt Valga ist attraktiv für lettische Familien aus Valka und anderen Gemeinden der Grenzregion. (Foto: Peeter P. Mõtsküla / CC BY-SA 2.0)
Die Zahl der lettischen Einwohner auf der estnischen Seite der Stadt steigt von Jahr zu Jahr stetig an, schreibt der estnische öffentlich-rechtliche Rundfunk auf seiner Website. Seit diesem Jahr zahlt Estland ein noch höheres Kindergeld.

Bislang haben sich jedoch im Jahr 2023 keine lettischen Bürger auf estnischer Seite angemeldet. Die Verantwortlichen der Gemeinden in der Region sagen, dass es noch zu früh sei, um die Auswirkungen der größeren Unterschiede bei den Familienleistungen in den beiden Ländern zu beurteilen, das Bild könnte in sechs Monaten klarer werden.

Mit den jüngsten Änderungen des estnischen Gesetzes über Familienleistungen, durch die der Betrag der für kinderreiche Familien verfügbaren staatlichen Mittel erhöht wurde, ist die Kluft zwischen den beiden Ländern noch größer geworden.

In Lettland beträgt das monatliche Kindergeld für Familien mit einem Kind 25 Euro. Familien mit zwei Kindern haben Anspruch auf 100 Euro pro Monat (bzw. 50 € pro Kind), dieser Betrag steigt für Familien mit drei Kindern auf 225 Euro (bzw. 75 € pro Kind pro Monat).

Familien mit vier oder mehr Kindern erhalten für jedes Kind 100 € pro Monat. Für Familien, die Kinder mit Behinderungen betreuen, gibt es noch zusätzliche Leistungen.

In Estland sehen die Familienleistungen sowohl Kindergeld als auch Geburtsbeihilfe und Erziehungsgeld vor. Bislang zahlte Estland für das erste und zweite Kind 60 Euro monatlich pro Kind, für das dritte und jedes weitere Kind gab es 100 Euro.

Seit dem 1. Januar 2023 sind daraus 80 Euro pro Kind geworden und 100 Euro für das dritte. Hinzu kommen Leistungen für Großfamilien von 650 Euro monatlich für Familien mit 3-6 Kindern, Familien mit 7 Kindern erhalten 850 Euro im Monat. Um ein Beispiel zu nennen: eine Familie mit drei Kindern in Estland erhält eine monatliche Beihilfe von midestens 910 Euro.

Die Geburtsbeihilfe sieht eine einmalige Zahlung von 320 Euro pro Neugeborenes vor, bei Drillingen und mehr zahlt der Staat 1.000 Euro einmalig pro Kind.

Dazu kommen Erziehungsgelder für bis zu 3-Jährige von 38,36 Euro monatlich. Für Kinder zwischen 3-8 Jahren gibt es 19,18 Euro monatlich, wenn diese ein Geschwisterchen haben, das jünger als 3 Jahre ist. Quelle für diese Angaben ist das Sotsiaalkindlustusamet.ee.

Die besseren Beschäftigungsmöglichkeiten und die höheren Sozialleistungen veranlassen einige Letten, die in der Grenzregion leben, dazu, ihren Wohnsitz lieber in Estland als in ihrem Heimatland anzumelden.

Die lokale Verwaltung in der Grenzregion ist jedoch der Ansicht, dass ein weiterer Anstieg der Migration von Lettland nach Estland unwahrscheinlich sei.

„Es ist noch zu früh für eine Vorhersage, aber wir haben (bisher) keinen signifikanten Anstieg der Zahl der lettischen Bürger, die sich registrieren lassen, festgestellt“, sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde Valga, Monika Rogenbaum gegenüber ERR.ee.

„Letztes Jahr kamen 103 lettische Staatsbürger hinzu, während 48 abwanderten. Wenn wir über die Gesamtbevölkerung der Gemeinde Valga sprechen, haben wir 15.486 Einwohner, von denen 1.338 Letten sind. Die Zahl der lettischen Staatsbürger steigt jedes Jahr stetig an. Im Moment erleben wir keinen außergewöhnlichen Anstieg. Im Januar dieses Jahres hat noch kein einziger Lette seinen Wohnsitz in der Gemeinde Valga angemeldet“, so Rogenbaum.

Vents Armands Krauklis, Vorstand der Gemeinde Valka auf lettischer Seite, ist ebenfalls der Ansicht, dass es noch zu früh sei, um die Auswirkungen der Unterschiede bei den Familienleistungen in den beiden Grenzländern zu beurteilen.

Krauklis erklärte auch, dass die Zahl der kinderreichen Familien, die für zusätzliche Leistungen in Frage kämen, recht gering sei.

Bislang scheint die Gemeinde Valka jedoch im Nachteil zu sein, da Letten, die sich in Estland anmelden, auch dort Steuern zahlen und nicht in ihrem Heimatland. Es kommt auch häufig vor, dass lettische Kinder, die auf der estnischen Seite der Grenze leben, trotzdem in Lettland zur Schule gehen wollen, schreibt ERR.

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