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Was muss ich beachten? – Reisetipps und rechtlicher Rahmen

Urlaub mit Hund in Dänemark – ein gern gesehener Gast

Der Urlaub mit Hund erfreut sich wachsender Beliebtheit. Wer noch zögert, dem sei gesagt: Gerade dann, wenn es Richtung Strand und Meer geht, ist es am besten.

Urlaub mit Hund Dänemark
Lebensfreude pur: Ein Golden Retriever am Strand. (Foto: Anja)
Denn Hunde haben – in der Regel jedenfalls – einen Riesenspaß, wenn bei Wind und Wellen ausgedehnte Spaziergänge auf dem Programm stehen. Für viele Hundebesitzer sind das ebenfalls echte Glücksmomente. Und das ist wirklich nicht zu hoch gegriffen.

Dazu passt, dass Dänemark die Grundzutaten im Überfluss zu bieten hat. Das Land verfügt über insgesamt 7.500 Kilometer Küste mit teils endlosen Sandstränden und eine große Anzahl von Unterkünften, in denen das Mitbringen von Vierbeinern ausdrücklich erwünscht ist.

Auf die Hundefreundlichkeit Dänemarks sei gleich zu Beginn verwiesen, weil hier und da auch kritische Berichterstattungen über die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Landes die Runde machten.

Grund dafür ist das 2010 in Kraft getretene und 2014 rundum erneuerte Hundegesetz, in dem eigentlich nur klar geregelt ist, was erlaubt ist und was nicht.

Daraus abzuleiten, das Mitbringen von Hunden sei landesweit höchstens geduldet, entspricht einfach nicht der Wahrheit. Nochmal: Dänemark ist ein absolut hundefreundliches Land.

Nachfolgend finden sich Punkt für Punkt wichtige Hinweise zum Mitbringen von Hunden in den Dänemarkurlaub.

Mit dem Hund an den Strand

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Das Gros der dänischen Strände ist für Hunde ganzjährig freigegeben. Im Sommerhalbjahr besteht fast immer Leinenpflicht, was auch und insbesondere dem Schutz der Hunde dient (s. Leinenpflicht).

Im Winterhalbjahr fällt die Leinenpflicht vielfach weg – also etwa von Oktober bis März. Dann sind die Strände naturgemäß eher leer, sodass Hunde so richtig Vollgas geben können. Wie eingangs erwähnt: Es gibt fast nichts Besseres.

Zu beachten sind immer die Hinweisschilder am Zugang der Strände. Nur was dort steht, hat Gültigkeit. Dieser Artikel beleuchtet lediglich den Regelfall.

Ein paar Tipps für schöne Hundestrände:

  • Blokhus-Strand: Der weit im Norden Dänemarks gelegene Blokhus-Strand ist etwa 25 Kilometer von Aalborg entfernt. In unmittelbarer Nähe gibt es zahlreiche hundegeeignete Ferienhäuser, sodass man hier – ein wenig Glück bei der Buchung vorausgesetzt – besonders schnell am Strand sein kann.

  • Bornholms Strände: Die wunderbare Ostseeinsel Bornholm ist dem schwedischen Festland deutlich näher als dem dänischen. Kein Ort in Dänemark hat durchschnittlich mehr Sonnenstunden zu bieten. Hunde mögen den besonders feinen Sand der Strände.

  • Vejers-Strand: Etwa 20 Kilometer nördlich von Esberg befindet sich der bei Hundebesitzern sehr beliebte Vejers-Strand. Das Besondere: Man kann mit dem Auto oder dem Wohnmobil direkt auf den Strand fahren. Lange Zuwege durch die Dünen? Fehlanzeige!

  • Lakolk-Strand: Gelegen auf der westdänischen Nordseeinsel Römö – gleich oberhalb von Sylt. Der Strand bietet riesig viel Platz und flaches Wasser. Ideal für Hunde.

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Dänische Hundewälder: Leine los – und ab!

Wenn es die dänischen Hundewälder nicht bereits geben würde – man müsste sie erfinden. Sie sind in Dänemark weit verbreitet, oft in der Nähe von Ferienhaus-Siedlungen gelegen.

Die Waldflächen bieten genau das, was Hunde mögen. Keine Leinenpflicht, viel Auslauf und hier und da sogar Hindernisparcours. Die meisten Hundewälder sind zudem eingezäunt, was den Freilauf aus der Perspektive eines Hundebesitzers recht unkompliziert macht. Häufig ist die Nutzung der Areale kostenfrei.

  • Hundegården Trianglen: Nein, man muss in Dänemark nicht unbedingt in Strandnähe sein, um beste Bedingungen für Hunde vorzufinden. Der Hundegården Trianglen inmitten der Hauptstadt Kopenhagen bietet alles, was Hunde brauchen.

  • Oksböl Hundewald: Der Hundewald in Oksböl ist einer der schönsten und vielseitigsten in Dänemark. Auf einer Fläche von fast 20 Hektar heißt es: Leinen los! Der Hundewald ist etwa 15 Kilometer nördlich von Esberg zu finden.

  • Hundewald Skagen: Dieser Hundewald befindet sich im nördlichsten Zipfel Dänemarks. Er ist flächenmäßig gar nicht mal so groß, bietet aber Barrierefreiheit – ist also auch für den Kinderwagen oder einen Rollstuhl geeignet.

Die Unterkunft: was zu beachten ist

Wer mit Hund nach Dänemark reist, dürfte in erster Linie an einem Ferienhaus oder einem Campingplatz interessiert sein. Die gute Nachricht ist, dass es für beide Möglichkeiten ein großes Angebot gibt.

In allen bekannten Reiseportalen lassen sich die Angebote so filtern, dass ausschließlich Optionen für Hundebesitzer angezeigt werden. Das erleichtert die Suche schonmal enorm.

Hinzu kommt, dass viele Ferienhäuser keinen Aufpreis verlangen, wenn man sich mit Hund einbucht. Oft verfügen die Angebote für Hundebesitzer über große Gartengrundstücke mit kompletter Umzäunung.

Die Erfahrung zeigt: Es macht total Sinn, nach solchen Angeboten zu suchen, da man gerade umtriebige Hunde nicht permanent im Blick haben muss.

Bei Campingplätzen fallen etwas häufiger Extrakosten für Hunde an, aber auch hier gibt es selbstverständlich Angebote ohne Aufpreis. Die gezielte Suche danach verlängert sich gegebenenfalls durch das etwas kleinere Gesamtangebot. Das muss klar sein.

Es gibt auch einige Hotels, in denen Haustiere erlaubt sind. Diese Option ist aber häufig deutlich teurer als ein Ferienhaus oder ein Campingplatz – gerade auch wegen der Extrakosten.

Identifizierbarkeit des Hundes und Impfnachweise

Ferien mit Hund
Süßer Terrier-Welpe im Sand.
Die Identifizierbarkeit des Hundes und lückenlose Impfnachweise sind im Prinzip das Wichtigste. Hierfür müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ein Mikrochip oder eine entsprechende Tätowierung

  • Ein gültiger EU-Heimtierausweis

  • Eine gültige Tollwutimpfung

Es gibt verschiedene Arten, bei einem Hund die Identifizierbarkeit zu gewährleisten. Gerade bei älteren Vierbeinern kann das noch die (gut erkennbare) Ohrtätowierung sein. Ab 2011 ist hingegen ein Mikrochip Pflicht, der als kleine Kapsel oft im Halsbereich unter der Haut des Tieres angebracht wird.

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Darüber hinaus muss man als Urlauber mit Hund einen tierärztlich ausgestellten EU-Heimtierausweis mit sich führen. Hier sind sämtliche Impfungen des Hundes festgehalten.

Gefordert ist für Dänemark vor allem eine gültige Impfung bzw. Nachimpfung gegen Tollwut. Wichtig ist, dass diese nicht älter ist als der eingesetzte Chip oder die Tätowierung des Hundes.

Ist der Impfschutz veraltet, muss er deutlich vor der Urlaubsreise nach Dänemark erneuert werden. Hierfür sind mindestens 3 Wochen vor der Einreise vorgesehen. Daher bitte rechtzeitig den Tierarzt kontaktieren.

Leinenpflicht und Restaurantverbot

Hunde Ferien Dänemark
Parson Russel an der Leine. (Foto: HebiPic)
An Dänemarks Stränden besteht für alle Hunderassen vom 1. April bis zum 30. September eines Jahres Leinenpflicht, in Wäldern besteht diese Leinenpflicht ganzjährig.

Das ist keine Schikane, sondern dient insbesondere dem Schutz der Hunde. So weist der Tourismusverband Dänemarks ausdrücklich darauf hin, dass es gerade zur Sommerzeit zu gefährlichen Aufeinandertreffen mit der artengeschützten dänischen Kreuzotter kommen könne.

Die Schlange lebt häufig in Dünen- und Heidelandschaften. Sie ist nicht aggressiv, sondern eher scheu.

Sollte es beim Schnüffeln in den Dünen aber doch zu einem Biss der Schlange kommen, kann dieser für Hunde ein echtes Problem darstellen. Zwecks Injektion eines Gegengifts müsste in solch einem Fall umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Wichtig: In dänischen Restaurants gilt keine Leinenpflicht, sondern konsequentes Hundeverbot. Darauf verweisen die landeseinheitlichen Regelungen zur Lebensmittelhygiene.

Es sei denn, es handelt sich um ein Restaurant mit einer behördlichen Erlaubnis für das Mitbringen von Hunden (im Vorfeld nachfragen). Blindenhunde sind von den Bestimmungen ausgenommen und in allen Restaurants erlaubt.

Verbotene Hunderassen

Bei einigen Hunderassen ist die Gesetzgebung in Dänemark rigoros. Man tut also gut daran, auf der Verbotsliste stehende Hunde nicht mitzubringen.

Da das dänische Hundegesetz explizit auch für Touristen gilt, können Verstöße richtig Stress bedeuten.

Diese 13 Hunderassen (+ Mischlinge) sind in Dänemark verboten – also unbedingt NICHT mitbringen:

  • Amerikanische Bulldogge
  • Amerikanischer Staffordshire Terrier
  • Boerboel
  • Dogo Argentino
  • Fila Brasileiro
  • Kangal
  • Kaukasischer Schäferhund
  • Pitbull-Terrier
  • Sarplaninac
  • Südrussischer Schäferhund (Owtscharka)
  • Tornjak
  • Tosa Inu
  • Zentralasiatischer Schäferhund (Owtscharka)

Ausnahme: Leben Hund und Herrchen/Frauchen schon seit vor dem Stichtag 17. März 2010 zusammen (dem Inkrafttreten des 1. dänischen Hundegesetzes), dürfen auch als gefährlich eingestufte Tiere (s. Liste oben) mit nach Dänemark gebracht werden.

Das verpflichtet die Halter allerdings dazu, entsprechende Hunde an einer maximal 2 Meter langen Leine zu führen und einen sicher verschlossenen Maulkorb anzulegen.

Dokumentationspflicht

Da bei Hunden nicht immer eindeutig zu sehen ist, welche Mischung vorliegt, gibt es für Zweifelsfälle eine Dokumentationspflicht.

Das heißt: Wenn die dänischen Behörden oder die Polizei begründete Zweifel haben, dass ein mitgebrachter Hund einer erlaubten Rasse zugehört, muss man als Hundehalter einen entsprechenden Nachweis erbringen.

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Daher sollte man sich rechtzeitig vor dem Urlaub um einen Nachweis zur Abstammung des Hundes bemühen. Am besten den Tierarzt kontaktieren, wenn man den Nachweis noch nicht in der Schublade hat.

Da bei einigen erlaubten Hunderassen große Ähnlichkeiten zu verbotenen Artgenossen bestehen (s. Liste oben), raten die dänischen Behörden hier zu besonderer Umsicht.

Daher empfiehlt es sich, bei den folgenden Hundearten mit offizieller „Dänemark-Erlaubnis“ ganz besonders auf das Mitführen der entsprechenden Dokumentationspapiere zu achten.

  • Anatolischer Hirtenhund
  • Bullmastiff
  • Bordeauxdogge (Dogue de bordeaux)
  • Cane Corsa Italiano
  • Cao Fila De Sao Miguel
  • Dogo Canario
  • Iberische Dogge
  • Mastiff
  • Mastino Napoletano
  • Staffordshire Bullterrier
  • Tatra Schäferhund (Tatrahund, Polski Owczarek Podhalanski)

Hundebiss-Klausel

Eng kann es theoretisch werden, wenn der eigene Hund eine Person oder einen anderen Hund bei einem Angriff verletzt – mit Biss. In solchen Fällen verpflichtet das dänische Hundegesetz die Polizei durch eine spezielle Klausel, tätig zu werden.

Das bedeutet aber nicht, dass es einen Automatismus zur Einschläferung des Tieres gibt, wie es in den zurückliegenden Jahren immer wieder die Runde machte. Daher war es den dänischen Behörden scheinbar besonders wichtig, die Dinge im Rahmen des neuen Hundegesetzes von 2014 unmissverständlich geradezurücken.

Das heißt: Man hat als Hundebesitzer im Streit- bzw. Biss-Fall immer das Recht, ein fachmännisches Gutachten zu erhalten. Es soll beispielsweise klären, ob das Tier vor der „Tat“ provoziert oder in die Enge getrieben wurde. Zusätzlich kann jede Entscheidung der Polizei bei der dänischen Nationalpolizei angefochten werden.

Es gibt also schlimmstenfalls mehrere Instanzen, an die man sich wenden kann. Die entsprechenden Kontakte erhält man von der Polizei. Und weil sich auch hierzu im Netz die ein oder andere Horrormeldung findet, noch der Hinweis, dass bislang nicht ein Fall aus Deutschland bekannt geworden ist, bei dem es am Ende tatsächlich zur Tötung kam.

Zudem ist im neuen dänischen Hundegesetz klar geregelt, dass Vierbeiner, die „versehentlich“ ein fremdes Grundstück betreten, nicht sanktioniert werden. Auch hierzu hatten in den letzten Jahren widersprüchliche Meldungen die Runde gemacht.

Transit durch Dänemark

Die dänische Transitregelung zeigt, dass Verbot nicht gleich Verbot ist. Für einen reinen Reisetransit durchs Land ist es nämlich erlaubt, auf dem Index stehende Hunde bei sich zu haben.

Voraussetzung hierfür ist, dass das Tier sein Transportmittel (z.B. den Autokäfig) nicht oder nur für die nötigsten Ausläufe (kurz) verlässt.

Unnötige Aufenthalte bzw. Übernachtungen in Dänemark sind mit einer verbotenen Hunderasse jedoch nicht gestattet. Also am besten einfach innerhalb eines Tages durch das Land fahren, was aufgrund der Größe Dänemarks ja ganz gut möglich ist.

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sh

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