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Nie wieder Nationalsozialismus

Die ersten Stolpersteine in Gedenken an NS-Opfer in Kopenhagen enthüllt

In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und im benachbarten Frederiksberg wurden am gestrigen Montag die ersten Stolpersteine Dänemarks in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus enthüllt. Das berichtete gestern die Website des dänischen Fernsehens TV2.

Stolpersteine Dänemark
Screenshot von der Website www.snublesten.org
Bislang sind es 12 Stolpersteine (dänisch Snublesten), die installiert wurden. Die ersten drei Steine ​​wurden am Montagmorgen um 9 Uhr vor der Synagoge in Krystalgade gelegt, wo sich zuvor das jüdische Altersheim befand. Das dänische Fernsehen berichtete vor Ort.

Die Steine mit der Messingoberfläche sind Teil eines großen Projekts, bei dem die Gedenksteine ​​auf dem Bürgersteig vor den Häusern in den Boden eingelassen werden, in denen die Opfer des Nationalsozialismus gelebt haben.

Nach Angaben des Jüdischen Informationszentrums (Jødisk Informationscenter) erinnern die Steine ​​sowohl an dänische als auch staatenlose Juden, die deportiert und unter anderem in Konzentrationslagern getötet wurden.

Verwandte bei der Enthüllung anwesend

Jeder Stein trägt den Namen des Opfers, das Geburts- und Todesdatum und den Ort des Todes. Die ersten Steine ​​markieren die Opfer, die in das Konzentrationslager Theresienstadt, heute in der Tschechischen Republik, gebracht wurden. Die Steine ​​werden vor die Häuser der letzten bekannten Adresse des Opfers gelegt.

Jens Nymark, der Reporter von TV2, der von der Zeremonie berichtet, sagt im auf der Website veröffentlichten Video: „Es haben sich viele Menschen hier versammelt, darunter Überlebende und Verwandte der getöteten Juden.“

Dann verliest er den Text auf einem der drei Steine: „Beile Malka Zipikoff wurde am 1. Oktober 1943 verhaftet. Kurz darauf, am 21. Oktober, starb sie in Theresienstadt.“

Dänemark entschuldigt sich

Dänische Behörden wiesen staatenlose Juden, die nach Dänemark zu fliehen versuchten, 1940 ab. Sie starben in den Vernichtungslagern der Nazis.

Die dänischen Juden wurden nach Weisung der deutschen Besatzungsmacht im Jahr 1943 in Konzentrationslager deportiert. Die Deutschen besetzten das Land im April 1940, mischten sich jedoch bis ’43 nicht in die inneren Angelegeheiten Dänemarks ein, danach wurde diese Form der Besatzungsherrschaft zugunsten direkter Eingriffe aufgegeben.

Nach Angaben der Tageszeitung Berlingske starben etwa 50 Juden aus Dänemark in Theresienstadt, 20 deutsche und staatenlose Juden wurden in Konzentrationslagern ermordet. 25-30 Juden begingen während ihrer Flucht nach Schweden 1943 Selbstmord oder ertranken in der Ostsee.

2005 entschuldigte sich der damalige dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen (V) offiziell – nicht nur bei dem jüdischen Volk, sondern bei allen unschuldigen Menschen, die mit aktiver Beteiligung dänischer Behörden in Hitlers Deutschland einem ungewissen Schicksal ausgeliefert wurden.

Nach Informationen von Belingske ist Dänemark das 26. Land, in dem Stolpersteine angebracht wurden. Damit sind die Stolpersteine das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

Die Stolpersteine sind ein Projekt des deutschen Künstlers Gunter Demnig, der im Jahr 1992 mit dem Werk begann.

ap

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