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Kunstaktion führt zur Entlassung der Rektorin der Königlich Dänischen Kunstakademie

Die Leiterin von Dänemarks renommiertester Kunsthochschule wurde wegen einer Kunstaktion einer ihrer Angestellten, bei der eine Büste eines ehemaligen Königs im Hafen von Kopenhagen versenkt wurde, zum Rücktritt gezwungen.

Friedrich V.
(Screenshot aus dem Happening-Video, das hier zu sehen ist.)
Die Akademierektorin Kirsten Langkilde hatte eine interne Mail mit einem Link zu dem Video, in dem die Büste entsorgt wurde, mit den Worten „Ein schönes Wochenende!“ verschickt.

Das dänische Kulturministerium zeigte sich von seiner kulturfernen Seite und entließ daraufhin Langkilde.

Der offizielle Ton zur Begründung der Entlassung der Kunsthochschulrektorin in der Pressemitteilung des Kulturministeriums: Die Kulturministerin Joy Mogensen und Kirsten Langkilde konnten keine Einigung darüber erzielen, wie man den „Herausforderungen“ an der Königlich Dänischen Kunstakademie begegnet.

„Das Kulturministerium und Kirsten Langkilde haben keine Einigung darüber erzielt, wie die Herausforderungen an der Kunsthochschule der Akademie der bildenden Künste gelöst werden können. Neue Kräfte werden gebraucht. Das Kulturministerium und Kirsten Langkilde haben sich darauf geeinigt, dass Kirsten Langkilde zurücktritt“, teilte Kulturministerin Joy Mogensen in der Pressemeldung mit.

Der Rücktritt erfolgt einen Monat, nachdem die Künstlerin und Abteilungsleiterin der Akademie der bildenden Künste, Katrine Dirckinck-Holmfeld, im Hafen von Kopenhagen eine Gipsbüste des Gründers der Akademie der bildenden Künste, Friedrich V., aus der Akademie entwendet und ins Wasser geworfen hatte.

Die Aktion, die sie als „Happening“ bezeichnet hatte, wurde zunächst anonym durchgeführt. Dirckinck-Holmfeld wurde an dem Tag, an dem sie sich als Verantwortliche zu erkennen gab, von ihrem Posten entbunden.

Die Künstlerin hatte die Aktion durchgeführt, um auf die koloniale Vergangenheit des Landes und seine Verwicklung in den Sklavenhandel, insbesondere im heutigen Ghana, aufmerksam zu machen.

Die Aktion, die am 6. November stattfand, wurde in einem Video festgehalten und die Gruppe Anonymous Artists bekannte sich zu der Aktion, bevor Dirckinck-Holmfeld sich meldete.

Anonymous Artists teilte mit, die Aktion sei ein Zeichen der „Solidarität mit den Künstlern, Studenten und Menschen auf der ganzen Welt, die mit den Folgen des dänischen Kolonialismus leben mussten“.

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Auf ihrem Höhepunkt waren die dänischen Kolonien über vier Kontinente verteilt, von den Westindischen Inseln auf den heutigen US-Jungferninseln bis zur dänischen Goldküste, die heute zu Ghana gehört.

Zu den Besitztümern der Krone gehörten auch Grönland, das nach wie vor zu Dänemark gehört, und Territorien in Indien.

Konservative Politiker forderten schon im November, dass nach der Aktion Köpfe rollen sollten.

Nikolaj Bøgh (Konservative Volkspartei) Stadtrat und Vorsitzender des Kultur- und Freizeitausschusses der Gemeinde Frederiksberg, twitterte mit vielen Ausrufezeichen:

„Vandalismus!! Studenten der Akademie der bildenden Künste haben die Büste von Friedrich V. in den Hafen von Kopenhagen geworfen. Es ist sehr ernst und die Kulturministerin muss sofort eingreifen. Und dann muss die Büste so schnell wie möglich aus dem Wasser gefischt werden!“

Kirsten Langkilde hatte am 1. Februar 2019 den Rektorinnenposten an der Kunstakademie übernommen, sie wird ihn Ende Dezember 2020 wieder verlassen. Es ist noch nicht bekannt, wer sie auf dem Posten ersetzen wird.

ap

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