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„Nichts weniger als fantastisch“

Im Jahr 2022 gab es in Dänemark keine Banküberfälle

Im vergangenen Jahr wurde in Dänemark kein einziger Banküberfall begangen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes.

Danske Bank Dänemark Banküberfall
Filiale der Danske Bank in Nyborg. Im Jahr 2000 gab es 221 Raubüberfälle in den Banken Dänemarks. (Foto: S. Hartmann / Nordisch.info)
Die nationale Interessenvertretung der Banken, Finans Danmark, veröffentlichte die positive Kriminalitätsstatistik am Dienstag. Die Gewerkschaft des Finanzsektors, Finansforbundet, lobte sie umgehend, wie das dänische Fernsehen TV2 auf seiner Website berichtet.

„Das ist nichts weniger als fantastisch. Denn es ist jedes Mal eine extreme Belastung für die betroffenen Angestellten, wenn so etwas passiert“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft, Steen Lund Olsen, in einer Erklärung.

Die Zahl der Banküberfälle in Dänemark war in den letzten Jahren im Allgemeinen niedrig, mit einer durchschnittlichen Zahl von unter 10 pro Jahr seit 2017.

Diese Zahlen stehen im Gegensatz zur Rate der Banküberfälle zur Jahrhundertwende, als im Jahr 2000 221 Banküberfälle – fast zwei alle drei Tage – begangen wurden.

Eine Erklärung für den Trend ist die Abkehr der Banken von Bargeldtresoren vor Ort. Nach Angaben von Finansforbundet hat Dänemarks größter Kreditgeber, die Danske Bank, nur einen Tresor in Kopenhagen und einen in Aarhus.

Die geringe Zahl der Banküberfälle in den letzten Jahren sei auch auf mehrere andere Faktoren zurückzuführen, sagte Michael Busk-Jepsen, Leiter der Digitalisierungsabteilung bei Finans Danmark.

„Dies ist eine koordinierte Anstrengung, die über viele Jahre hinweg stattgefunden hat, einschließlich Kameraüberwachung, Alarmsysteme, verstärkte Zusammenarbeit mit der Polizei und Begrenzung der Bargeldbestände“, sagte er.

Nach Angaben der Gewerkschaft Finansforbundet gibt es derzeit etwa 12 Krankheitsfälle im Zusammenhang mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) aufgrund von Banküberfällen zwischen 2002 und 2018.

Obwohl Bankangestellte in Dänemark im vergangenen Jahr keinen Raubüberfall erlitten haben, sind sie bei der Arbeit immer noch anderen Gefahren wie Drohungen und Gewalt ausgesetzt. Diese treten zunehmend in digitaler Form auf.

„Es gibt immer noch Mitarbeiter – insbesondere mit Kundenkontakt -, die per E-Mail oder Telefon beschimpft werden. Mitarbeiter, die sowohl in virtuellen als auch in physischen Terminen bedroht werden. Das ist nicht hinnehmbar“, so Olsen.

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