Letzte Ruhestätte für mehr als 100 Menschen

2.000 Jahre alter Eliten-Friedhof entdeckt – mit luxuriösen Grabbeigaben


Foto: UCL Archaeology South-East

Archäologen haben im Osten Englands einen bedeutenden Friedhof aus der Eisenzeit freigelegt, der die kremierten Überreste von mehr als 100 Menschen beherbergt. Die Anlage stammt aus dem ersten Jahrhundert nach Christus und liefert neue Erkenntnisse über die Beziehungen zwischen den lokalen Stämmen und dem Römischen Reich.

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Angus Forshaw vom UCL Archaeology South-East untersuchte eine quadratische, von einem Graben umgebene Anlage. Die meisten Bestattungen wurden in Form von Urnen gefunden, die die Asche der Verstorbenen enthielten.

Besondere Aufmerksamkeit erregten fünf Gräber, die aufgrund ihrer Ausstattung als Bestattungen von Personen mit hohem Sozialstatus eingestuft werden. In diesen großen, quadratischen Gruben fanden die Wissenschaftler neben verbrannten Knochen auch wertvolle Beigaben.

Luxusgüter aus dem Römischen Reich

Zu den Fundstücken gehören Gefäße aus Kupferlegierungen sowie importierte Weinkrüge aus Keramik, die einen weiten Handelsweg hinter sich hatten. Eine ebenfalls entdeckte Schale aus geformtem Glas unterstreicht den Reichtum der dort bestatteten Elite.

Zusätzlich förderten die Ausgrabungen verschiedene Fibeln und Schuhnägel zutage, die typisch für die damalige Mode und Ausrüstung waren. Diese Objekte belegen eindrucksvoll, dass bereits vor der offiziellen Eroberung Britanniens ein reger Austausch stattfand.

„Diese außergewöhnlichen Grabbeigaben sind wahrscheinlich ein Spiegelbild diplomatischer Kontakte und wirtschaftlichen Austauschs zwischen den Menschen der Eisenzeit in Britannien und dem Römischen Reich“, sagte Angus Forshaw laut einem Bericht von Archaeology Magazine. Diese Interaktionen fanden bereits vor der römischen Invasion im Jahr 43 nach Christus statt.

Bedeutung für die Regionalgeschichte

Die Entdeckung wirft ein neues Licht auf die politische Landschaft im Osten des Landes kurz vor dem Umbruch durch die Römer. Sie zeigt, dass lokale Anführer bereits tief in kontinentale Netzwerke eingebunden waren.

Die wissenschaftliche Auswertung der Funde durch das University College London dauert derzeit noch an. Zukünftige Analysen der Knochenreste könnten weitere Details über das Leben der dort bestatteten Gemeinschaft liefern.

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