Tragische Funkstille
Nach F-16-Ausbildung in Dänemark: Viele ukrainische Piloten bereits gefallen

Dänemark hat im vergangenen Jahr 19 F-16-Kampfjets an die Ukraine gespendet, um das Land im Konflikt gegen Russland zu unterstützen. Nun berichtet der erfahrene dänische Pilot Thomas Kristensen erstmals über die geheime und herausfordernde Ausbildung der ukrainischen Flugschüler auf dem Stützpunkt Skrydstrup.
Das Ausbildungsprojekt für die ukrainischen Piloten sprengte laut Thomas Kristensen alle bisherigen Maßstäbe des dänischen Militärs. Der erfahrene Ausbilder leitete zusammen mit zwei Kollegen die Schulungen, um die Piloten in kürzester Zeit für den Einsatz vorzubereiten.
Normalerweise absolvieren angehende F-16-Piloten jahrelange Trainingsprogramme in Dänemark und den USA, bevor sie einsatzbereit sind. Die ukrainischen Schüler verfügten jedoch oft nur über sehr begrenzte Englischkenntnisse, was die Vermittlung der komplexen Technik massiv erschwerte.
Kristensen betonte in einem Interview, dass das Projekt völlig außerhalb dessen lag, was man unter normalen Umständen für machbar halten würde. Dennoch zeigten die jungen Piloten eine enorme Energie und den festen Willen, ihre Heimat mit den modernen Maschinen zu verteidigen.
Herausforderungen und emotionale Distanz
Die Ausbilder trafen bereits zu Beginn der Mission die bewusste Entscheidung, keine engen persönlichen Bindungen zu ihren Schülern aufzubauen. Man war sich im Klaren darüber, dass die Brutalität des Krieges dazu führen würde, dass viele der Piloten das erste Jahr nach ihrer Rückkehr nicht überleben würden.
Thomas Kristensen gab seinen Schülern stets den Rat mit auf den Weg, an der Front nicht unnötig mutig, sondern klug und besonnen zu agieren. Er wollte sicherstellen, dass sie die gelernten Taktiken anwenden, anstatt sich in lebensgefährliche Situationen zu begeben.
Ein besonders tragisches Beispiel ist der Flugschüler mit dem Rufnamen ‚Pinocchio‘, der Kristensen noch zu seinem 4.000. Flugjubiläum gratuliert hatte. Wie der dänische Rundfunk DR berichtet, wurde dieser Pilot kurz nach seiner Rückkehr in die Ukraine abgeschossen und getötet.
Verluste an der Front
Der Tod ehemaliger Schüler ist für die dänischen Instruktoren eine schwere emotionale Belastung. Kristensen berichtet, dass es ein beklemmendes Gefühl sei, wenn man plötzlich nichts mehr von einem Schüler höre und am nächsten Tag von dessen Abschuss erfahre.
Laut dem Ausbilder ist bereits eine erhebliche Anzahl der in Dänemark geschulten Piloten bei Kampfeinsätzen ums Leben gekommen. Er bezeichnete es als äußerst traurig, dass so viele von ihnen bereits ihren letzten Flug in einer F-16 absolviert haben. Der Tod fliegt leider mit.
Das dänische Verteidigungsministerium wollte sich zu den konkreten Verlustzahlen auf Nachfrage nicht äußern und verwies auf die ukrainischen Behörden.
https://www.nordisch.info/daenemark/wie-gut-kennen-sie-daenemark/
