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Verstörende Studienergebnisse

Norwegen: Treibt der Klimawandel Eisbären geradewegs in die Inzucht?

Fakt ist: Der Klimawandel lässt das Eis in der Arktis wegschmelzen. Und Fakt ist auch: Für auf und mit dem Eis lebende Tierarten hat das Wegschmelzen dramatische Folgen, da sich angestammte Lebensräume verändern, verkleinern – oder sogar wegbrechen. Sprichwörtlich.

Eisbären Spitzbergen
Eisbär am Hornsund-Fjord auf Spitzbergen. (Foto: Mathieu Ramus)
Einer der Hauptleidtragenden des Wandels ist der Eisbär, was eine norwegische Studie nun noch einmal eindrucksvoll zeigt. Wobei: Eindrucksvoll ist es nicht wirklich, was die Forscher an neuen Erkenntnissen gesammelt haben, eher verstörend. Je nach Betrachtungsweise.

Konkret hat ein Team vom Norwegischen Institut für Bioökonomieforschung in Svanvik die Auswirkungen des Klimawandels auf die Genetik von Eisbären untersucht, die im Svalbard-Archipel (Spitzbergen) leben.

Den Ergebnissen zufolge habe das zuletzt rekordverdächtig schnelle Abschmelzen des arktischen Meereises zu einem „schockierenden Verlust der genetischen Vielfalt“ bei den hier lebenden Eisbären geführt, schreibt der Barents Observer in einer Meldung zur Studie.

Woran lässt sich das festmachen? Das Team extrahierte für seine Forschung DNA aus den Gewebeproben von insgesamt 622 Eisbären. Die Analyse ergab, dass die gesamte Eisbärpopulation im Zeitraum zwischen 1995 und 2016 bis zu 10 Prozent ihrer genetischen Vielfalt verloren hat.

Gleichzeitig konnte Folgendes ermittelt werden: Während sich die Eisbärenpopulationen an verschiedenen Standorten genetisch immer mehr voneinander unterscheiden, werden sie sich am selben Standort immer ähnlicher. Ein klarer Hinweis auf ansteigende Inzucht.

Anhand der Zahlen gehen die Forscher davon aus, dass das rasche Abschmelzen des arktischen Eises zur Isolation von immer mehr Eisbärengruppen geführt hat. Die Wege zueinander sind schlichtweg nicht mehr da.

In der Folge sei es für verschiedene Eisbärpopulationen immer schwieriger zu interagieren – mit steigender Inzucht als trauriger Begleiterscheinung. Trendumkehr? Keine Chance, mutmaßen die Forscher. Eher werde sich die genetische Vielfalt der Eisbärpopulationen in Zukunft noch weiter verringern.

Die Studie wurde unter diesem Link veröffentlicht (in englischer Sprache).

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sh

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