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Düsteres Lagebild des Gaststättenverbandes

Corona-Folgen in Lettland: „Rīgas Altstadt verwandelt sich allmählich in eine Geisterstadt“

Mit einer fast schon dramatischen Bestandsaufnahme hat der lettische Hotel- und Gaststättenverband im öffentlichen Rundfunk die aktuelle Situation in Rīgas Altstadt beschrieben. In dem Bericht heißt es:

„Die Altstadt von Rīga sieht halbleer und verlassen aus. Viele Schaufenster auf der Straße, Cafés, Restaurants und kleine Souvenirläden sind leer und geschlossen. Die Altstadt entwickelt sich allmählich zu einer Geisterstadt.“

Nach Coronasterben Cafes und Restaurants Riga
Rigas Altstadt, vor Corona voller Gastronomie-Betriebe. Nach der Pandemie mussten viele Betriebe ersatzlos schließen. (Foto: Jorge Franganillo / CC BY 2.0)
Als Hauptgrund für die Misere im Zentrum der Stadt, das sich noch vor Jahren kaum retten konnte vor Tourismus und Zulauf, wird die Corona-Pandemie genannt. Was auch sonst? Es heißt aber auch, dass Fehlentscheidungen der lokalen Politik einen Anteil daran hätten.

Sehr deutlich wird der lettische Branchenexperte Ēriks Dreibants, selbst Inhaber und Berater mehrerer Restaurants: „Es gibt so viele Einschränkungen in der Altstadt, dass es sehr schwierig ist zu arbeiten.“

Die Rede ist von baulichen Vorgaben, die laut Dreibants zwar der Sicherheit dienten, aber auch sehr zulasten der Wirtschaftlichkeit gingen. Außerdem sei es zuletzt selbst Gewerbetreibenden nicht mehr erlaubt gewesen, ab 12:00 Uhr mittags Waren anzuliefern. Dies habe die Altstadt in eine „tote Zone“ verwandelt.

„Als es den ehemaligen Bürgermeister noch gab, konnten die Probleme angegangen werden. Das Bauamt war verständnisvoll. Dann kam der neue Rigaer Stadtrat und sagte, er werde arbeiten, arbeiten und arbeiten. Das tut er aber nicht“, kritisiert Dreibants via LSM.lv.

Immerhin scheint das Problem inzwischen auf der Tagesordnung des Stadtrats angekommen zu sein. Wie es heißt, besteht die schnelle Lösung nun darin, eine Reihe von Veranstaltungen zu organisieren, die wieder mehr Touristen und Einheimische anziehen sollen. Auch finanzielle Hilfsprogramme werden gerade geprüft.

Ob das reichen wird, um Rīgas Altstadt wieder mehr Leben einzuhauchen, wird sich zeigen müssen. „Die Touristenströme sind weniger geworden, und auch der Zustrom von Einheimischen ist geringer“, beschreibt der Hotel- und Gaststättenverband das Problem.

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