Schnellere Hilfe in ländlichen Regionen
Finnland und Schweden: Polizei darf ab sofort Landesgrenzen überschreiten

Ein historisches Grenzabkommen zwischen Finnland und Schweden trat heute, den 1. Juli, in Kraft. Diese wegweisende Zusammenarbeit ermöglicht es den Polizeibehörden beider Länder, bei dringenden Notfällen Unterstützung auf der jeweils anderen Seite der Grenze anzufordern.
Insbesondere in lebensbedrohlichen Situationen können Beamte nun eigenständig entscheiden, die Landesgrenze zu überqueren. Dies betrifft laut dem finnischen Polizeichef von Lappland, Vesa Pihajoki, schwerwiegende Vorfälle wie Schießereien, Messerstechereien oder bewaffnete Raubüberfälle.
Schnellere Hilfe in ländlichen Regionen
Ein zentraler Grund für das Abkommen sind die langen Anfahrtswege in den dünn besiedelten Gebieten Nordfinnlands. Ein Bericht der nationalen Polizeibehörde aus dem Jahr 2019 verdeutlichte, dass die Reaktionszeiten dort bis zu eine Stunde länger sein können als in städtischen Gebieten.
Durch die neue Regelung soll die Sicherheit im Tornedalen (fin. Tornionlaakso) – ein Gebiet nördliche des Bottnischen Meerbusens – auf beiden Seiten der Grenze signifikant erhöht werden. Mikael Rova, der Polizeichef von Östra-Norrbotten, betonte, dass schwedische Beamte nun schneller eingreifen können, wenn finnische Kollegen einen längeren Anfahrtsweg hätten.
Spezialtraining für den Grenzverkehr
Beamte beider Länder wurden bereits intensiv für diese speziellen grenzübergreifenden Operationen geschult. Wie Yle berichtet, bleibt die genaue Anzahl der trainierten Einsatzkräfte aus taktischen Gründen jedoch unter Verschluss.
Vesa Pihajoki erklärte dazu, dass Polizisten eine gesonderte Zustimmung für Einsätze tief auf schwedischem Territorium geben mussten. Man erhofft sich durch diesen Schritt, die Reaktionszeiten in den kritischsten Kriminalitätsfällen deutlich zu verkürzen.
In Finnland umfasst das Abkommen die Gemeinden Enontekiö, Kolari, Muonio, Pello, Tornio und Ylitornio. Auf schwedischer Seite sind die Kommunen Haparanda, Kiruna, Pajala und Övertorneå Teil der neuen Sicherheitsstrategie.
Zusätzlich zur polizeilichen Zusammenarbeit wird auch die zivile Infrastruktur in der Region weiter ausgebaut. Ab August soll zudem eine neue Zugverbindung zwischen Tornio und Haparanda die grenzübergreifenden Beziehungen weiter stärken.
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